Politik | Ausland
26.11.2018

Mexiko: Wut auf Migranten wächst

Nach Protesten fordern Lokalpolitiker in Tijuana rasche Abschiebung der Migranten an der US-Grenze.

„Migranten? Das sind Landstreicher, Vagabunden“, der Bürgermeister des mexikanischen Grenzortes Tijuana lässt keine Gelegenheit aus, die Migranten zu attackieren, die zu Tausenden in seiner Stadt gestrandet sind. Dort wächst nämlich die Empörung der örtlichen, oft bettelarmen Bevölkerung, die sich völlig überfordert und von der mexikanischen Regierung alleingelassen fühlt. Die hat nun angekündigt, die Migranten in ihre Heimat abzuschieben, also Länder wie Honduras, Guatemala und El Salvador.

Dies stieß bei US-Präsident Donald Trump auf Gegenliebe: „Macht es mit dem Flugzeug, macht es mit dem Bus, macht es, wie ihr wollt, aber sie kommen NICHT in die USA“, tönte er via Twitter. Zudem erneuerte er seine Ankündigung, die Grenze dauerhaft zu schließen, wenn der Andrang der Migranten größer werden sollte. 42 Migranten haben es nach Medienberichten über die Grenze geschafft und wurden dort festgenommen.

Stimmung kippt

Bereits vor einer Woche hatte es in Tijuana erste Demonstrationen gegen Migranten gegeben. Viele haben zwar einen Asylantrag für die USA gestellt, es dauert aber Monate, bis darüber entschieden wird. Die meisten stammen aus Honduras, das seit Jahren immer tiefer ins Chaos schlittert: Wegen gefürchteter Jugendbanden – genannt Maras – gilt Honduras als einer der gefährlichsten Staaten der Welt. Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Armut prägen das Leben vieler Honduraner. Die Politik ist seit einem Putsch im Jahr 2009 kaum in der Lage, die Kontrolle über das Land aufrechtzuerhalten. Fast 40 Prozent der Bevölkerung leben in extremer Armut.