"Le scandale Ibiza": Strache setzt Le Pen zu

Strache mit Marine Le Pen: Bis vor Kurzem ein gern gesehener Gast.
Der Ibiza-Skandal könnte Marine Le Pen den EU-Wahlsieg in Frankreich kosten.

"Die seltsame österreichische Affäre ist für Frankreich bedeutungslos", wiederholen gebetsmühlenartig die EU-Kandidaten des "Rassemblement national" (RN) von Marine Le Pen. Aber in Wirklichkeit stehen Frankreichs Nationalisten diesbezüglich unter Dauerbeschuss: Ihre Gegner erwähnen "le scandale Ibiza" in fast jeder TV-Debatte, zumal auch Le Pen dem Kreml zugetan ist. "Putin verteidigt Europas Zivilisation", erklärte sie in einem KURIER-Interview im Mai 2014. Im selben Jahr erhielt sie einen Kredit von neun Millionen Euro von einer russischen Bank.

Immerhin musste Le Pen nun gestehen, dass Strache (ursprünglich ihr engster Verbündeter in der EU) einen "schweren Fehler" begangen habe. Aber das Thema Auslandsabhängigkeit wird sie nicht mehr los.

"Nützliche Idioten"

So sind zwei Le Pen-Vertraute, ihr Lebensgefährte und ihr Parteikassier, bei einem diskreten Treffen mit dem rechten US-Lobbisten Steve Bannon gefilmt worden, wobei es um Spenden von ultrakonservativen US-Milliardären ging. Bannon logiert zurzeit in einer sündteuren Hotelsuite in Paris, weil er dem "Triumph von Marine" (bei der EU-Wahl) beiwohnen möchte. Le Pen will von all dem "nichts gewusst" haben.

Dem RN droht eine parlamentarische Untersuchung wegen des Verdachts auf Auslandsfinanzierung, was französischen Parteien verboten ist. Ein Kandidat der Pro-Macron-Liste höhnt: "In Österreich wurde klar, dass unsere Nationalisten den Amerikanern und Russen, die die EU zerstören wollen, als nützliche Idioten zu Diensten stehen."

 

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