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Politik Ausland
12/28/2019

Landwirtin zur EU: "Den richtigen Weg eingeschlagen"

Die Steirerin Simone Schmiedtbauer, die kürzlich für die ÖVP in das EU-Parlament eingezogen ist, über Erfahrungen der Bauern.

von Ingrid Steiner-Gashi

"Du kannst nur mit einem Löffel essen." Nach diesem Motto führen die Schmiedtbauers im weststeirischen Hitzendorf in dritter Generation ihren Schweinemastbetrieb. Landwirtin Simone Schmiedtbauer, im Hauptberuf seit Kurzem EU-Abgeordnete (ÖVP), meint damit: Der Betrieb sei mit 100 bis maximal 150 Schweinen bewusst überschaubar und relativ klein gehalten, müsse aber deshalb qualitativ umso bessere Produkte anbieten. "Wir haben den Weg in die Veredelung eingeschlagen, also wir schlachten ab Hof und veredeln selbst" erzählt sie.

Das Bauernsterben zog so an ihrer Landwirtschaft vorüber. "Kurz nach dem EU-Beitritt 1995 ging es mit dem Bauernsterben in Österreich ganz schnell", erinnert sich die 45-jährige Steirerin. 239.000 landwirtschaftliche Betriebe gab es damals. Rund 162.000 sind es heute.

Wobei Simone Schmiedtbauer die Schuld für diesen Abwärtstrend nicht bei der EU sieht. "Ein Betrieb muss sich immer verändern, man muss immer auf neue Schienen setzen." Der Beitritt zur EU sei richtig gewesen, sagt sie. "Natürlich gab es auch Fehlentwicklungen. Ich erinnere mich noch an die Butterberge und Milchseen. Aber wenn man erkennt, was falsch läuft, kann man dem auch entgegenwirken. Und so ist es ja auch geschehen."

Viele Jungbauern

In den vergangenen Jahren habe sich das Bauernsterben entsprechend verlangsamt. Mehr noch: In Österreich sind heute verhältnismäßig mehr Jungbauern aktiv als in jedem anderen EU-Land. "Das zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben", sagt die Abgeordnete des EU-Parlaments (ÖVP).

Rund 700 Millionen Euro überweist Brüssel pro Jahr als Direktzahlungen an Österreichs Bauern. Weitere 570 Millionen Euro gehen in den Bereich der "ländlichen Entwicklung" bis hin zu Maßnahmen für den Klimaschutz.

Am meisten profitiert hätten Österreichs Bauern aber von der EU-Mitgliedschaft durch die neuen Exportmöglichkeiten. "Anfangs waren wir beim Export ganz schlecht aufgestellt. Aber wir haben uns enorm gesteigert. Das hat wiederum zu tun mit unseren innovativen Betrieben. Heute exportieren wir ein Viertel unserer landwirtschaftlichen Produkte. Ich sage nur: steirisches Kürbiskernöl!"

Ihren größten Wunsch äußert Schmiedtbauer nicht gegenüber Brüssel, sondern gegenüber dem Handel: "Wir Landwirte brauchen einen fairen Partner mit der Bereitschaft, faire Preise zu zahlen."

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