Alexei Nawalny bei seiner Festnahme in Moskau

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Kremlkritiker Nawalny bei Demo festgenommen
01/28/2018

Kremlkritiker Nawalny bei Demo festgenommen

Der Putin-Gegner rief zum Boykott der für den 18. März angesetzten Präsidentenwahlen auf. Hunderte Regierungsgegner folgten dem Protestaufruf.

Der Kremlkritiker Alexej Nawalny ist am Sonntag bei Protesten der Opposition in Moskau festgenommen worden. Das teilte der 41-Jährige über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Nawalny hatte zu landesweiten Demonstrationen gegen Präsident Wladimir Putin aufgerufen, die unter anderem in der Hauptstadt verboten worden waren.

Opposition ruft zu Boykott der Wahl auf

Hunderte Regierungsgegner folgten dem Protestaufruf des Oppositionellen in Moskau und St. Petersburg. "Boykott, Boykott" und "Putin verschwinde!" skandierte die Menge. Nawalny hatte landesweit zu einem "Wählerstreik" aufgerufen. Damit protestiert gegen seinen Ausschluss von der Präsidentenwahl im März. Er darf wegen einer umstrittenen Bewährungsstrafe nicht antreten.

Umfragen zufolge wird Präsident Wladimir Putin die Wahl locker gewinnen. "Euer Leben steht auf dem Spiel", sagte Nawalny im Vorfeld in einer Videobotschaft. "Wie viele Jahre wollt ihr noch mit diesen Dieben, Frömmlern und Fieslingen leben?"

In Wladiwostok versammelten sich Hunderte vornehmlich junge Leute auf dem zentralen Platz der Hafenstadt. Auch in Nowosibirsk, Omsk und Jakutsk machten Nawalny-Anhänger ihrem Unmut Luft. Die Organisatoren rechnen mit Tausenden Teilnehmern in 118 Dörfern und Städten.

Büros durchsucht

Schon am Morgen hatte sich die Polizei Zutritt zu Nawalnys Büro verschafft. Die Sicherheitskräfte hätten die Tür aufgebrochen und seien in die Aufnahme der Videobotschaft hereingeplatzt, teilten Nawalny und sein Team am Sonntag bei Twitter mit. Zur Begründung gab sie an, es gebe Berichte über eine dort versteckte Bombe. Die Polizei schloss das im Büro untergebrachte Fernsehstudio für Online-Botschaften und nahm Beobachtern zufolge sechs Unterstützer des Politikers fest. Andernorts wurden 16 weitere festgenommen.

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