Austrian President Heinz Fischer delivers a speech during a commemoration on the occasion of the 75th anniversary of the connection to Hitler Germany, the so-called Anschluss, in Vienna, Austria, Tuesday March 12, 2013. (AP Photo/Ronald Zak)

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Staatsbesuch
03/13/2013

Kraftwerksprojekte sollen Österreicher locken

Fischer beschrieb seinen Besuch in Tadschikistan als "Initialzündung" für die wirtschaftliche Kooperation.

von Konrad Kramar

Prachtboulevards und miltärischer Stechschritt aus der Stalin-Ära, postsowjetischer Regierungs-Barock in Übergröße und Straßensperren soweit das Auge reicht: Ein Staatsbesuch in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe ist auch eine Zeitreise. Hier mischt sich sowjetisches Zeremoniell mit dem Pomp, wie ihn sich zentralasiatische Autokraten gerne gönnen. Und Präsident Scharipowitsch Rachmon ist so einer, auch wenn er über das ärmste Land der Region herrscht.

Für Präsident Heinz Fischer und die große Delegation aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur ist der Besuch die Fortsetzung der diplomatischen „Zentralasienstrategie“. Besuche in Turkmenistan und Kasachstan hat man bereits absolviert. Doch Tadschikistan sitzt nicht auf Öl- und Gasreichtum. Der wichtigste Rohstoff ist Wasser. Das Land, Wasserschloss Zentralasiens genannt, träumt von riesigen Staudämmen und Kraftwerken. Da könnten österreichische Firmen wie Andritz oder Voith mit ihrer internationaler Erfahrung zu Großaufträgen kommen.

Doch auf dem Weg dorthin sind noch Hürden zu überwinden, auch politische. Nachbarstaaten wie Usbekistan, mit wenig Sympathien für Tadschikistan, fürchten um das Wasser für ihre Baumwollplantagen.

Natürlich steht es im Land selbst weder mit den Bürgerrechten noch mit den Sicherheiten für ausländische Investitionen allzu gut. „Wenn man hier nicht ständig vor Ort ist, verschwindet alles“, schildert ein heimischer Unternehmer seine Erfahrungen mit einer Investition in Tadschikistan.

Sicherheiten

Heinz Fischer mahnte bei seinem Amtskollegen genau diese Sicherheiten für österreichische Unternehmer, aber auch Menschenrechte und religiöse Toleranz ein. Er habe zahlreiche Versicherungen von Seite der Tadschiken erhalten, dass man sich um all das kümmern werde, meinte der Bundespräsident zu Journalisten. Obendrein ist die Finanzierung für solche Großprojekte nicht so leicht zu organisieren. Da müsse jemand kommen, der das Geld mitbringt, sagte Wirtschaftskammer-Vizepräsident Richard Schenz.

In der Größe, wie sich die tadschikische Führung ihren Staudamm – man spricht vom größten der Welt – vorstellt, wird er vorerst ohnehin kaum zu realisieren sein, sagt Kontrollbank-Chef Rudolf Scholten skeptisch: „Je schlimmer die Lage in einem Land, desto größer die Prestigeprojekte. Diesen Plan muss man zuerst einmal in realistische Dimensionen bringen.“

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