Korrespondentin glaubt nicht an Iran-Angriff auf Türkei: Wäre "suizidal"
Teheran ist in Rauch gehüllt, viele Menschen haben die Stadt verlassen, andere gehen nur noch hinaus, "wenn man wirklich muss". In der "ZiB2" war dazu Rosa Lyon, ORF-Korrespondentin in Istanbul, zu Gast. Sie schilderte ein Land zwischen Angst, Bombardements und massiver Repression.
Angst und Checkpoints
Lyon berichtete von zahlreichen Checkpoints in iranischen Städten. Dort stünden Basij-Milizen, Revolutionsgarden und Polizisten. Sicherheitskräfte würden sich "in Schulen, in Krankenhäusern und auch in Moscheen" verschanzen. Besonders schwer wiegt der Vorwurf: "Sie benutzen, sie missbrauchen die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde."
Die Menschen fürchteten, "dass sich das jetzt alles nicht so rasch ändern wird" und dass der Ausgang des Konflikts offen sei. Nach einem Aufruf von Donald Trump zu einem Regimewechsel hätten die Revolutionsgarden Massen-SMS verschickt: Man solle nicht demonstrieren, "sonst begegnen wir euch mit eiserner Faust".
Türkei als Schlüsselland
Aus Sicht Lyons spielt die Türkei eine zentrale Rolle bei der Frage einer möglichen Ausweitung des Konflikts. Spekulationen, wonach eine iranische Rakete über dem Mittelmeer abgefangen worden sei, deuteten ihrer Einschätzung nach nicht auf einen Angriff auf die Türkei hin. Ein solcher Schritt wäre "suizidal". In einem ersten Statement habe Präsident Recep Tayyip Erdogan den Iran auch nicht namentlich genannt.
Zwischen den Fronten
Viele wüssten, sagte Lyon, "dass sie zerrieben werden hier zwischen einerseits einem repressiven System" und auf der anderen Seite "Benjamin Netanyahus und Donald Trumps Bomben und Raketen". Hoffnung sei kaum spürbar. "Sie wollen einfach nur, dass dieser Albtraum bald vorbei ist, dieser wahrgewordene".
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