COP26 UN Climate Change Conference in Glasgow

© EPA / ROBERT PERRY

Politik Ausland

Klimagipfel: China, Nigeria, Südafrika und Indien blockieren Beschluss

Gipfel steht vor dem finalen Plenum. Derzeit ist nicht klar, ob die Konferenz doch noch scheitern könnte.

von Bernhard Gaul

11/13/2021, 07:43 PM

Nach bereits 24 Stunden Verlängerung ist das Ende des Weltklimagipfels in Glasgow ein Stück näher gerückt. „Ich hoffe, dass wir diese Konferenz geeint verlassen und etwas Bedeutsames für unsere Bevölkerungen geschaffen haben“, sagte der britische Gastgeber der Weltklimakonferenz, Alok Sharma, am Samstag zum Ende des Plenums mit rund 200 Staaten in Glasgow.

Auch wenn die Entwürfe für die gemeinsame Abschlusserklärung nicht perfekt seien, habe er von den Staaten viel Unterstützung und Zuspruch gehört. Der endgültige Beschluss der Erklärung stand noch aus. Die großen Staaten China, Nigeria, Südafrika und Indien äußerten wie viele anderen Staaten ihr Unbehagen über den vorläufigen Gipfelbeschluss. Doch anders als die anderen Staaten wollten sie noch einmal über die finale Wortwahl reden.

Konferenz-Präsident Alok Sharma hat das Plenum am Samstag mit der Feststellung begrüßt, die COP26 sei beim „Moment der Wahrheit“ angelangt. Nach rund drei Stunden Verspätung ergriff Sharma am Nachmittag das Wort und betonte die unterschiedlichen Prioritäten der Staaten. Doch mit dem aktuellen Entwurf werde man den Pariser Klimavertrag umsetzen. Mit einer Annahme käme das dazugehörige Regelwerk zu einem Abschluss.

„Freunde, die Welt beobachtet uns“, warnte Sharma. Er habe von Anfang an gesagt: Entweder werde man gemeinsam zum Erfolg kommen, „oder gemeinsam scheitern“. Die Delegierten sollten die Situation nicht nutzen, um noch mehr für sich herauszuholen.

Der Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans warnte diese vor einem Scheitern: „Um Himmels willen: Zerstört diesen Moment nicht“, wandte sich der niederländische EU-Kommissar für Klimaschutz an die Delegierten: „Ich flehe Euch an, nehmt diesen Text an“, so Timmermans zur Abschlusserklärung.

„Wir sind zu einem bemerkenswerten Schritt und dem bestmöglichen Ergebnis bereit“, sagte der US-Klimabeauftragte John Kerry. Und, dass ein guter Kompromiss etwas sei, mit dem niemand zufrieden sei.

Erklärtes Ziel des Weltklimagipfels in Glasgow ist es, die Begrenzung der Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. Bislang reichen die Pläne der Staaten dafür bei weitem nicht aus. Ursprünglich hatte die Konferenz am Freitagabend um 18.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ) enden sollen.

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