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Tagebuch aus Glasgow

Weltkonferenz in Covid-Zeiten

Wie schaffen wir die Klimawende? Diese Frage treibt unseren Redakteur Bernhard Gaul seit 15 Jahren um. In Glasgow sucht er in den kommenden Tagen nach neuen Antworten. In seinem Tagebuch gibt er einen Einblick hinter die Kulissen der Klimakonferenz.

von Bernhard Gaul

11/11/2021, 04:05 PM

Tagebuch aus Glasgow

  • 11/13/2021, 08:00 PM

    Dramatische Apelle vor dem finalen Plenum

    Die Dramatik zum Schluss ist enorm: Vor dem finalen Plenum, wo die Schlussdokumente von den Delegierten angenommen werden sollten, gab es noch eine Runde mit allen Staaten, wo Kritik geĂ€ußert werden konnte. Und die fiel teils heftig aus.

    AuffÀllig war, das kaum ein Staat rundum zufrieden war mit dem, was die COP-PrÀsidentschaft rund um den Briten Alok Sharma produziert hat.

    Unklar war, ob Indien, China, SĂŒdafrika und Nigeria mehr als nur unzufrieden sind, und eine Einigung blockieren werden.

    Mit einem emotionalen Appell hat der Verhandler des Inselstaats Tuvalu im Pazifischen Ozean, Seve Paeniu, gesorgt. Jeden Abend, wenn er die riesigen Hallen des Gipfels verlasse, schaue er sich ein Foto seiner drei Enkelkinder an, erzĂ€hlte Paeniu. Er hoffe, dass es fĂŒr sie eine lebenswerte Zukunft geben werde. Klimapolitik dĂŒrfe niemals an das politische Überleben Einzelner bei der nĂ€chsten Wahl geknĂŒpft werden. „Wir rufen alle LĂ€nder auf, auf den Glasgow-Zug fĂŒr mehr Ehrgeiz aufzuspringen“, sagte der Politiker.

    Der US-Klimabeauftragte John Kerry hat eindringlich dafĂŒr geworben, den neuesten Entwurf fĂŒr die AbschlusserklĂ€rung zu billigen. Der Text sei „ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte Kerry. „Nicht jeder muss Entscheidungen treffen, die faktisch einen ganzen Planeten betreffen“, sagte Kerry. Die Billigung des Abschlusstexts trage dazu bei, dass jeder seinen Kindern und Enkelkindern sagen könne, dass man im Kampf gegen die Klimakrise „den Job erledigt“ habe. „Und ich bin stolz, hier zu sein und Teil dessen zu sein“, sagte er.

    Trotz Widerstands mehrerer Staaten findet sich auch im neuesten Entwurf fĂŒr die AbschlusserklĂ€rung vom Samstagmorgen erstmals seit 25 Jahren die Forderung, weltweit aus der Kohle auszusteigen und zumindest „ineffiziente“ Subventionen fĂŒr Öl, Gas und Kohle zu streichen.

    Der Chef von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, sagte der Deutschen Presse-Agentur, diese Formulierungen seien „absolutes Neuland“ und daher unbedingt zu begrĂŒĂŸen. In der Debatte der Staaten wurde jedoch deutlich: Die Gefahr einer weiteren VerwĂ€sserung der Forderung war real.

    Der Text besagt auch, dass alle Staaten bis Ende 2022 ihre nationalen KlimaplÀne nachschÀrfen sollen. Weiterhin bleibt dies aber freiwillig.

    Bisher reichen die bei den UN eingereichten PlÀne bei weitem nicht aus, dass 2015 in Paris vereinbarte Ziel zu erreichen, die ErderwÀrmung bei 1,5 Grad zu stoppen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

  • 11/13/2021, 07:52 PM

    China, Nigeria, SĂŒdafrika und Indien könnten Einigung blockieren

    Nach bereits 24 Stunden VerlĂ€ngerung ist das Ende des Weltklimagipfels in Glasgow ein StĂŒck nĂ€her gerĂŒckt. „Ich hoffe, dass wir diese Konferenz geeint verlassen und etwas Bedeutsames fĂŒr unsere Bevölkerungen geschaffen haben“, sagte der britische Gastgeber der Weltklimakonferenz, Alok Sharma, am Samstag zum Ende des Plenums mit rund 200 Staaten in Glasgow.

    Auch wenn die EntwĂŒrfe fĂŒr die gemeinsame AbschlusserklĂ€rung nicht perfekt seien, habe er von den Staaten viel UnterstĂŒtzung und Zuspruch gehört. Der endgĂŒltige Beschluss der ErklĂ€rung stand noch aus. Die großen Staaten China, Nigeria, SĂŒdafrika und Indien Ă€ußerten wie viele anderen Staaten ihr Unbehagen ĂŒber den vorlĂ€ufigen Gipfelbeschluss. Doch anders als die anderen Staaten wollten sie noch einmal ĂŒber die finale Wortwahl reden.

    Konferenz-PrĂ€sident Alok Sharma hat das Plenum am Samstag mit der Feststellung begrĂŒĂŸt, die COP26 sei beim „Moment der Wahrheit“ angelangt. Nach rund drei Stunden VerspĂ€tung ergriff Sharma am Nachmittag das Wort und betonte die unterschiedlichen PrioritĂ€ten der Staaten. Doch mit dem aktuellen Entwurf werde man den Pariser Klimavertrag umsetzen. Mit einer Annahme kĂ€me das dazugehörige Regelwerk zu einem Abschluss.

    „Freunde, die Welt beobachtet uns“, warnte Sharma. Er habe von Anfang an gesagt: Entweder werde man gemeinsam zum Erfolg kommen, „oder gemeinsam scheitern“. Die Delegierten sollten die Situation nicht nutzen, um noch mehr fĂŒr sich herauszuholen.

    Der VizeprĂ€sident der EU-Kommission Frans Timmermans warnte diese vor einem Scheitern: „Um Himmels willen: Zerstört diesen Moment nicht“, wandte sich der niederlĂ€ndische EU-Kommissar fĂŒr Klimaschutz an die Delegierten: „Ich flehe Euch an, nehmt diesen Text an“, so Timmermans zur AbschlusserklĂ€rung.

    „Wir sind zu einem bemerkenswerten Schritt und dem bestmöglichen Ergebnis bereit“, sagte der US-Klimabeauftragte John Kerry. Und, dass ein guter Kompromiss etwas sei, mit dem niemand zufrieden sei.

  • 11/13/2021, 12:30 PM

    Finaler Text vor Abstimmung noch immer mit schwachem Kohle-Ausstieg

    Beim UN-Klimagipfel in Glasgow zeichnen sich BeschlĂŒsse mit einem Aufruf zum Kohleausstieg und zu schnelleren Klimaschutzmaßnahmen ab.

    Der Samstag frĂŒh publizierte neue Entwurf der COP26-Rahmenentscheidung enthĂ€lt weiterhin den Aufruf an die Staaten zur Abkehr von der Kohle und von Subventionen fĂŒr fossile EnergietrĂ€ger, allerdings in weiter abgeschwĂ€chter Form. „Was auf dem Tisch liegt, ist immer noch nicht gut genug“, sagte Tracy Carty, Leiterin der Oxfam-Delegation.

    So werden die Staaten in den neuen Verhandlungstexten zwar weiterhin aufgerufen, ihre nationalen Klimaziele statt bis 2025 bereits bis 2022 auf den PrĂŒfstand zu stellen. Die Formulierungen zur Abkehr von Kohle und anderen fossilen EnergietrĂ€gern wurden jedoch noch weiter verwĂ€ssert. „Wir sind noch nicht zufrieden“, rĂ€umte Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler (GrĂŒne) schon zum zweiten Entwurf vom Freitag ein.

    Der in der vorherigen Textfassung enthaltene Appell an die Staaten, den Ausstieg aus der Kohle zu beschleunigen, wurde ersetzt durch den Aufruf, „ihre BemĂŒhungen in Richtung eines Ausstiegs“ zu beschleunigen. Beibehalten wurde die EinschrĂ€nkung, dass damit nur Kohlekraftwerke ohne Technologien zur „Abscheidung“ von Kohlendioxid gemeint sind, die im zweiten Entwurf von Freitag hinzugekommen war.

    Beim Aufruf an die Staaten, ihre Subventionen fĂŒr fossile EnergietrĂ€ger einzustellen, blieb außerdem der Zusatz stehen, dass damit „ineffiziente“ Subventionen gemeint sind. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, kritisierte bereits am Freitag, dass hier jedem Land selbst ĂŒberlassen bleibe, was jetzt ineffizient oder nicht ineffizient sei.

    In dem dritten Entscheidungsentwurf vom Samstag kam außerdem die Formulierung hinzu, dass bei Kohleausstieg und Einstellung der Subventionen fĂŒr fossile Energien die Notwendigkeit von „UnterstĂŒtzung fĂŒr einen gerechten Übergang“ zu berĂŒcksichtigen sei. Damit könnten Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder beim Umbau ihrer Energiesysteme UnterstĂŒtzung von den Industriestaaten einfordern. Zu der BeschrĂ€nkung des Kohleausstiegs auf Kraftwerke ohne CO2-Abscheidung erlĂ€uterte Bals, dass diese Technologien fĂŒr Kohlekraftwerke so teuer seien, dass sie auf diese Weise nicht mit den immer kostengĂŒnstiger werdenden erneuerbaren Energien konkurrieren könnten.

    „Die Kernaussage ĂŒber fossile Brennstoffe ist immer noch im Text enthalten. Sie ist schwach und kompromittiert, aber sie ist ein Durchbruch, ein BrĂŒckenkopf, und wir mĂŒssen mit aller Kraft dafĂŒr kĂ€mpfen, dass sie drinbleibt und gestĂ€rkt wird“, sagte Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan unter Hinweis auf das Plenum. Sie begrĂŒĂŸte zwar die Formulierungen zu Kohle und Subventionen mit Hinweis auf einen gerechten Übergang, stufte das Abkommen aber insgesamt als schwach ein. „Hier in Glasgow laufen die Ă€rmsten LĂ€nder der Welt Gefahr, aus dem Blickfeld zu geraten, aber die nĂ€chsten Stunden können und mĂŒssen den Kurs Ă€ndern, auf dem wir uns befinden“, hieß dazu von Oxfam in einer ersten Reaktion am Samstag.

    Wegen Differenzen ĂŒber die Klimafinanzierung und andere Verhandlungsthemen war die UN-Klimakonferenz am Freitagabend in die VerlĂ€ngerung gegangen. Über Nacht wurden die neuen Verhandlungstexte ausgearbeitet. Sie sollen am Samstag dem Plenum vorgelegt werden, eine konkrete Zeit dafĂŒr stand noch nicht fest.
    Die bisher gemachten nationalen Zusagen zur Emissionssenkung wĂŒrden den durchschnittlichen globalen Temperaturanstieg nur auf 2,4 Grad Celsius begrenzen. Auch wenn die Chancen gering sind, dass diese LĂŒcke in Glasgow geschlossen werden kann, Ă€ußerte COP-PrĂ€sident Alok Sharma die Hoffnung, dass die endgĂŒltige Abschlussvereinbarung den Weg fĂŒr tiefere Einschnitte ebnen könnte.

  • 11/12/2021, 04:04 PM

    Eine Tour durch die COP

    30.000 Teilnehmer tummeln sich dieser Tage in Glasgower SEC Centre - ein riesiges MessegelĂ€nde direkt am Clyde River. 

    Wie das - insbesondere in Zeiten von Covid - funktioniert, wo genau verhandelt wird - und wo sich am Ende des Tages ein StĂŒck weit auch die Zukunft unseres Planeten mitentscheidet: Kollege Gaul hat uns einige EindrĂŒcke aus Glasgow geschickt: 

  • 11/12/2021, 12:49 PM

    "Klima-Schulterschluss von China und USA kann nicht hoch genug eingeschÀtzt werden"

    Was heißt das, wenn die beiden grĂ¶ĂŸten Produzenten von Treibhausgasen, China (29 Prozent) und die USA (15 Prozent), ihre Kooperation im Kampf gegen die ErderwĂ€rmung ausbauen wollen? 

    Bernhard Gaul fĂŒhrt aus Glasgow ja nicht nur Tagebuch. Im Gegenteil. Der Kollege fĂŒllt auch jeden Tag ganze Seiten in der Zeitung. Seinen Kommentar aus der heutigen Ausgabe, in dem er sich oben stehender Frage widmet, möchte ich Ihnen nun auch an dieser Stelle ans Herz legen: 
     

  • 11/12/2021, 12:14 PM

    Eine Klimakonferenz nach Österreich holen?

    Der Wirtschaftskammer-PrĂ€sident Harald Mahrer hatte vor einigen Wochen vorgeschlagen, Österreich solle sich bemĂŒhen eine COP, eine Welt-Klimakonferenz, nach Österreich zu holen. Aber was hieße das, welche Konsequenzen hĂ€tte das?

    Auf der "Ja, bitte"-Seite steht: Österreich hat enorm viel Erfahrung mit internationalen Konferenzen, in StĂ€dten wie Wien gebe es mit der Messe Wien und den hunderten Hotels zudem ausreichend Platz fĂŒr die 30.000 + Delegierten, Journalisten, Beobachter und Aktivisten. Das weiß die ganze Welt spĂ€testens seit dem Wiener Kongress (1814/1815). Die eigentliche Konferenz dauert rund zwei Wochen und ist normalerweise im November oder Anfang Dezember, da ist noch keine Hochsaison, und fĂŒr Hotels und Wirte wĂ€re das wohl sehr lukrativ.

    Auf der "Bitte nicht"-Seite steht: Wo immer die Konferenz stattfindet, muss das GrĂ€tzel großrĂ€umig stillgelegt werden. Eine Klimakonferenz ist eine Veranstaltung der UNO, am KonferenzgelĂ€nde haben auch nur die UNO-Polizisten das Sagen. Rund um das KonferenzgelĂ€nde werden in der Regeln mehrere Sperrzonen errichtet, ohne Genehmigung gibt es kein Reinkommen, somit wĂŒrden auch weite Teile der Stadt lahmgelegt werden. Solche Konferenzen kosten den Veranstalter, das wĂ€re der Bund, rund 200 Millionen Euro, einige hundert Mitarbeiter mĂŒssten dafĂŒr zumindest zwei Jahre abgestellt werden, um alles ordentlich planen zu können. Zudem mĂŒssten alle Botschaften auf Hochtouren arbeiten, um mit jedem der 197 Vertragsstaaten der UN-Rahmenrechtskonvention ĂŒber KlimaĂ€nderungen stĂ€ndig in Kontakt zu stehen, damit kein diplomatischer Fauxpas passiert. Es brĂ€uchte einen COP-PrĂ€sidenten, der alles zur Klimakonferenz im Überblick hat, ein exzellenter Verhandler und Diplomat sein mĂŒsste und mehrere UN-Sprachen fließend beherrscht (Chinesisch (Mandarin), Französisch, Englisch, Russisch, Spanisch, Arabisch).

    Mir ist klar, Sie denken jetzt sicher an Harald Mahrer, der spricht aber, glaube ich, nur Englisch.

  • 11/11/2021, 08:49 PM

    Schwere persönliche Niederlage

    Sehr geehrte Damen und Herren, jetzt ist schon wieder was passiert, wĂŒrde unser BundesprĂ€sident sagen. Es ist nĂ€mlich so, und das können Sie mir glauben, das fĂ€llt mir jetzt nicht leicht, zu erzĂ€hlen, es ist mir fast peinlich. Aber die Wahrheit muss raus. Ich bin ja mit dem Zug hergefahren nach Glasgow in Schottland. Das war auch gar nicht so arg, einmal Nightjet nach BrĂŒssel und dann tagsĂŒber bis nach Glasgow rauf. Ich werde aber zurĂŒck fliegen. Und zwar aus folgendem Grund: eigentlich war zurĂŒck auch der Zug gebucht, Abfahrt am Samstag um vier Uhr frĂŒh, ĂŒber London nach Amsterdam, dort Samstag Abend in den Nightjet nach Wien, Ankunft in der FrĂŒh. Nur wird die Klimakonferenz lĂ€nger dauern, jedenfalls noch den ganzen Samstag. Wir mussten verschieben. Und da gĂ€be es nur mehr als Zugoption: Sonntag in der FrĂŒh los, nach Amsterdam oder BrĂŒssel, Ankunft jeweils am Abend. Übernachtung in einem Hotel. Und am Montag dann morgens mit dem Zug bis abends um acht nach Wien. Also eigentlich zwei Tage und eine Nacht unterwegs. Und ehrlich gesagt, gegen zwei FlĂŒge und in acht Stunden Hotel - Haus, noch dazu billiger, war das echt keine Option. Was lernen wir daraus? Dass die EU ganz dringend alles tun sollte, um die Zugverbindungen zu verbessern. Weil so gehtÂŽs nicht. Ich gehÂŽ mich jetzt ein bisschen schĂ€men, aber eh nicht viel.

  • 11/11/2021, 05:53 PM

    Der Elefant im Klimakonferenz-Raum

    So schrĂ€g das auch ist: Bisher findet sich in keinem Schlussdokument einer Klimakonferenz der Satz, dass wir keine fossilen Brennstoffe mehr verwenden dĂŒrfen. So einen Hinweis fĂ€nden offenbar nicht nur die OPEC-Staaten nicht so gut.

    Nun soll im Glasgow-Schlussdokument aber der Satz stehen: â€Calls upon Parties to accelerate the phasing-out of coal and subsidies for fossil fuels.”

    Soll heißen: Die Staaten werden aufgerufen, das Auslaufen der Kohlekraft zu unterstĂŒtzen als auch das Ende der Förderungen fossiler EnergietrĂ€ger.

    Die NGO "We donŽt have time" hat den Aspekt der Fossil-Förderung etwas genauer unter die Lupe genommen, und kommt zum Ergebnis:

    "Unsere Regierungen unterstĂŒtzen nach wie vor aktiv die Fossilindustrie mit elf Millionen Dollar - pro Minute. Das heißt, es waren 181 Milliarden Dollar, seit Begin der Klimakonferenz. Und es werden mehr als 200 Milliarden sein, wenn die Klimakonferenz vorbei ist. Die Summe ist um 200 Prozent höher als jene Summe der Klimafinanzierung, ĂŒber die bei der COP verhandelt wird."

    Übrigens gibt es auch in Österreich nach wie vor fossile Subventionen, die bekannteste ist die Minderbesteuerung von Dieselkraftstoff, die ist bei weitem aber nicht die einzige fossile Förderung ...

  • 11/11/2021, 05:26 PM

    Was kann der "Glasgow Emergency Pact"?

    Am Donnerstag wurde von 55 besonders von der Klimakrise betroffenen Staaten der "Glasgow Emergency Pact" vorgestellt. In diesen Staaten leben 1,4 Milliarden Menschen, drei Mal so viele wie in der EU.

    Die Staaten haben sich zum "Climate Vulnerable Forum" zusammengeschlossen und prĂ€sentierten ihre Forderungen im Finale der Klimakonferenz. UnterstĂŒtzt werden die Staaten von rund 400 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter auch Global 2000.

    Um was gehtÂŽs? Sie fordern die reichen Staaten auf, ihr Versprechen einzuhalten und einen konkreten Fahrplan fĂŒr die bereits mehrfach zugesagten Finanzmittel von 100 Milliarden Dollar zu liefern.

    Außerdem wollen sie erreichen, dass die KlimaplĂ€ne der Staaten jedes Jahr ĂŒberarbeitet werden, bis diese ausreichend stark sind, damit das Ziel der Einhaltung der Temperaturgrenze von 1,5 °C erreicht werden kann.

    "Wir sind auf der Seite derjenigen, die schon jetzt hart von den Folgen der Klimakrise betroffen sind und die wenig bis nichts zur Emission von Treibhausgasen beigetragen haben", so Gloabl2000-Experte Johannes WahlmĂŒller. "In Glasgow braucht es jetzt mehr Kompromissbereitschaft der reichen Industrienationen, finanzielle Mittel bereitzustellen, und den klaren Beschluss, die KlimaplĂ€ne nachzubessern, damit die Einhaltung der 1,5°-Ziels wirklich erreicht werden kann. Die Klimakrise ist ein weltweiter Notfall, der auch als solcher behandelt werden soll."

  • 11/11/2021, 02:39 PM

    So lustig ist die Klimakonferenz #5

    In einem der zahlreichen, endlosen GĂ€nge hat sich Gastgeber Großbritannien durchaus etwas Lustiges einfallen lassen: Ein großes Poster voll mit Karikaturen zum Klimathema. Ehrlicherweise sind die meisten so, dass einem das Lachen etwas im Hals stecken bleibt. Dennoch hier ein paar Beispiele: 

  • 11/11/2021, 02:37 PM

    So lustig ist die Klimakonferenz #4

    In einem der zahlreichen, endlosen GĂ€nge hat sich Gastgeber Großbritannien durchaus etwas Lustiges einfallen lassen: Ein großes Poster voll mit Karikaturen zum Klimathema. Ehrlicherweise sind die meisten so, dass einem das Lachen etwas im Hals stecken bleibt. Dennoch hier ein paar Beispiele: 

  • 11/11/2021, 02:35 PM

    So lustig ist die Klimakonferenz #3

    In einem der zahlreichen, endlosen GĂ€nge hat sich Gastgeber Großbritannien durchaus etwas Lustiges einfallen lassen: Ein großes Poster voll mit Karikaturen zum Klimathema. Ehrlicherweise sind die meisten so, dass einem das Lachen etwas im Hals stecken bleibt. Dennoch hier ein paar Beispiele: 

  • 11/11/2021, 02:33 PM

    So lustig ist die Klima-Konferenz #2

    In einem der zahlreichen, endlosen GĂ€nge hat sich Gastgeber Großbritannien durchaus etwas Lustiges einfallen lassen: Ein großes Poster voll mit Karikaturen zum Klimathema. Ehrlicherweise sind die meisten so, dass einem das Lachen etwas im Hals stecken bleibt. Dennoch hier ein paar Beispiele: 

  • 11/11/2021, 02:30 PM

    So lustig ist die Klima-Konferenz

    In einem der zahlreichen, endlosen GĂ€nge hat sich Gastgeber Großbritannien durchaus etwas Lustiges einfallen lassen: Ein großes Poster voll mit Karikaturen zum Klimathema. Ehrlicherweise sind die meisten so, dass einem das Lachen etwas im Hals stecken bleibt. Dennoch hier ein paar Beispiele: 

  • 11/11/2021, 02:08 PM

    Weltkonferenz in Covid-Zeiten

    Corona ist zwar hier in Glasgow kein Thema, prĂ€sent ist es aber außerordentlich. Jeder muss immer eine Maske tragen, die hunderten Securities am sehr weitlĂ€ufigen GelĂ€nde achten da auch penibel drauf. Nur am Arbeitsplatz darf man diese abnehmen.

    SchrÀg ist die Testgeschichte hier vor Ort: Um morgens das KonferenzgelÀnde betreten zu können, muss ein amtliches eMail vorgelegt werden, das jedem bestÀtigt, corona-frei zu sein.

    Aber: Das funktioniert so, dass jeder COP-Teilnehmer im Hotel Nasenbohrer-Tests hat, die man alleine durchfĂŒhren muss. In der App der britischen Regierung muss man seinen Test mit einem Code registrieren. Und dann ehrlich sagen, ob der Test positiv oder negativ war. Also ich mache das natĂŒrlich ganz ehrlich, kann aber nicht ausschließen, dass das bei jedem der 30.000 Konferenzteilnehmer der Fall ist.

    Übrigens musste zudem jeder Teilnehmer einen PCR-Test ebenfalls im Hotel machen und innerhalb der ersten 48 Stunden per Post nach London schicken. Filmen, wie beim Wiener Gurgeltest, muss man sich nicht, also auch hier ist die Ehrlichkeit aller Teilnehmer durchaus in Zweifel zu ziehen.

    Offiziell wurde gesagt, dass es nur sehr wenige positive Tests gab, und dass das kein großes Problem sei. Ob das stimmt, wissen wir nicht.  

  • 11/10/2021, 08:53 PM

    Überraschung: China und USA schließen Vereinbarung

    Die beiden grĂ¶ĂŸten Treibhausgasemittenten der Welt, China und die USA, haben bei der UNO-Klimakonferenz eine Vereinbarung fĂŒr mehr Klimaschutz geschlossen. Das gab der chinesische Klimagesandte Xie Zhenhua am Mittwochabend in Glasgow bekannt. "Beide Seiten erkennen an, dass es eine Kluft zwischen den gegenwĂ€rtigen BemĂŒhungen und den Zielen des Pariser Klimaabkommens gibt", sagte Xie mit Blick auf die drohende ErderwĂ€rmung von 2,7 Grad.

    Das Pariser Klimaabkommen sieht eine Begrenzung der ErderwĂ€rmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad vor. Derzeit steuert die Erde nach UNO-Angaben aber selbst bei ErfĂŒllung aller nationaler Klimaschutzzusagen auf eine folgenschwere ErwĂ€rmung um 2,7 Grad bis zum Jahrhundertende zu.

    In Glasgow verhandeln seit dem 31. Oktober fast 200 Staaten ĂŒber die konkrete Umsetzung des Pariser Abkommens von 2015. Offiziell soll die COP26 am Freitag enden.

    China hatte kurz vor der Weltklimakonferenz mit seinem ĂŒberarbeiteten Klimaziel enttĂ€uscht. Darin bestĂ€tigte das bevölkerungsreichste Land der Welt lediglich, dass es bis zum Jahr 2060 CO2-NeutralitĂ€t erreichen will. Die Treibhausgasemissionen des Landes sollen vor 2030 ihren Höhepunkt erreichen, könnten also bis dahin noch deutlich steigen.

    Vielfach kritisiert wurde auch, dass Chinas PrÀsident Xi Jinping anders als zahlreiche andere Staats- und Regierungschefs zum Auftakt der UNO-Klimakonferenz nicht nach Glasgow gereist war. Sowohl die USA als auch die Bundesregierung hatten Peking aufgerufen, beim Klimaschutz nachzulegen.

  • 11/10/2021, 03:49 PM

    Was soll am Ende rauskommen? Erster Entwurf der AbschlusserklÀrung ist da

    Zu Beginn der heißen Phase des Weltklimagipfels will die britische Regierung mit dem Entwurf einer Abschluss-ErklĂ€rung Druck machen. In dem am Mittwoch veröffentlichen Dokument werden schnelle Nachbesserungen vor allem bei den CO2-Einsparungen im laufenden Jahrzehnt verlangt.

    Die Staaten sollten „ihre Ziele bis 2030 ĂŒberprĂŒfen und so verschĂ€rfen, dass sie Ende 2022 im Einklang mit der im Weltklimavertrag vereinbarten Vorgabe zur Erd-ErwĂ€rmung stehen.“

    Deutschland ist dies aber zu allgemein: „Wir meinen, dass hier noch ein bisschen deutlicher werden muss, wer hier eigentlich handeln muss“, sagte UmweltstaatsekretĂ€r Jochen Flasbarth. „Das muss von den Haupt-Emittenten kommen“, machte er klar ohne China namentlich zu nennen. „Wir sollten nicht so tun, als ob die kleinen Inselstaaten beispielsweise die Aufholjagd beim Klimaschutz in diesem Jahrzehnt gestalten können.“

    Im Weltklimavertrag von Paris ist verankert, dass die Welt sich im Vergleich zur vorindustriellen Zeit nur um deutlich unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad, erwĂ€rmen darf. Dies gilt als gerade noch beherrschbar. Davon ist die Weltgemeinschaft aber auch bei BerĂŒcksichtigung der Zusagen rund um den Glasgower Klimagipfel noch weit entfernt. Einer Studie der Organisation „Carbon Action Tracker“ zufolge, wird sie 2,4 Grad erreichen. Vor allem China als weltgrĂ¶ĂŸter Treibhausgas-Emittent steht in
    der Kritik, da das Land seine Ziele kaum verschÀrft hat.

    Die Umweltorganisation Greenpeace nannte den Entwurf der Briten völlig unzureichend. „Dieses Papier ist kein Plan zur EntschĂ€rfung der Klimakrise. Es ist eine Vereinbarung, dass wir alle die Daumen drĂŒcken und das beste hoffen. Es ist eine höfliche Bitte, dass die Staaten vielleicht, möglicherweise, im nĂ€chsten Jahr mehr tun.“ In dem Entwurf werden die Staaten außerdem dazu aufgefordert, die Subventionen fĂŒr fossile Brennstoffe zu stoppen. Ein festes Datum wird aber nicht genannt.

    Österreichs Umwelt-NGO Global 2000 sieht den aktuellen Entwurf der AbschlusserklĂ€rung kritisch: "In diesem Entwurf ist kein Plan enthalten, wie die KlimaplĂ€ne der einzelnen Staaten an die wissenschaftlich klar notwendigen Emissionsreduktionen angepasst werden sollen. Es gibt auch keinen Plan, wie man die Finanzierung von KlimaschĂ€den abdecken will. Wir bleiben beim Kurs auf die Klimakatastrophe und zukĂŒnftige Generationen und hart getroffene Menschen vor allem im globalen SĂŒden werden allein gelassen.

    Das darf nicht das Ergebnis von Glasgow werden!" so Johannes WahlmĂŒller, Klima- und Energiesprecher von Global. 

    UmweltschĂŒtzer fordern bei der Klimakonferenz, dass klar anerkannt wird, dass die derzeitigen KlimaplĂ€ne nicht ausreichen, um das 1,5 °C-Ziel zu erreichen. DafĂŒr braucht es einen Plan, um rasch zu Verbesserungen zu kommen. Laut Pariser Klimaabkommen wĂ€re die nĂ€chste Nachbesserung erst 2025 geplant. Alle Staaten können aber jederzeit ihre PlĂ€ne verbessern und neu einreichen. Weiters braucht es konkrete Zusagen fĂŒr finanzielle UnterstĂŒtzung von EntwicklungslĂ€ndern. SchĂ€den in Höhe von hunderten Milliarden Euro werden schon in den nĂ€chsten Jahren erwartet.

    "Österreich soll sich innerhalb der EU klar dafĂŒr einsetzen, dass dieser Entwurf noch nachgebessert wird. Bei der Konferenz geht es darum, das
    1,5°-Ziel am Leben zu halten und nicht es zu begraben," so WahlmĂŒller.

  • 11/09/2021, 06:18 PM

    Eine Milliarde Menschen leiden in einer 2°C-Welt unter Hitzestress

    Sollte die Erderhitzung die kritische Marke von zwei Grad ĂŒbersteigen, werden einer britischen Studie zufolge bis zu eine Milliarde Menschen unter extremem Hitzestress leiden. Das wĂ€ren 15 Mal mehr Betroffene als zurzeit. Und bei einem Anstieg auf vier Grad wĂŒrde sogar die HĂ€lfte der Menschheit in Mitleidenschaft gezogen, wie die am Dienstag vom britischen Wetterdienst am Rande der Weltklimakonferenz in Glasgow veröffentlichte Studie zeigt.

    Unter potenziell tödlichem extremen Hitzestress verstehen die Wissenschafter Temperaturen ĂŒber 32 Grad bei gleichzeitig sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Liegen die Temperaturen oberhalb dieser Schwelle, wird etwa nach internationalen Schutzstandards beim Arbeiten im Freien empfohlen, stĂŒndlich eine Pause zu machen, um ErschöpfungszustĂ€nde zu vermeiden. Alte und vorerkrankte Menschen seien durch Hitzestress ebenso wie Menschen, die viel körperlich im Freien arbeiten mĂŒssen, besonders gefĂ€hrdet, sagte Andy Hartley von der Klimaabteilung des Wetterdiensts Met Office.

    Die Analyse zeige laut dem Forscher Richard Betts von der UniversitĂ€t Exeter, wie dringend es sei, die ErderwĂ€rmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Es wĂŒrden sonst „schwere und weitverbreitete Risiken“ fĂŒr die Gesundheit vieler Menschen drohen. 

  • 11/09/2021, 06:16 PM

    Klimaschutz-Ziele sollen jÀhrlich nachgebessert werden, mahnen Umwelt-NGO

    Angesichts der beschleunigten Erderhitzung haben Umweltschutzorganisationen gefordert, dass die rund 200 Staaten auf der UN-Klimakonferenz kĂŒnftig jĂ€hrlich statt nur alle fĂŒnf Jahre ihre KlimaschutzplĂ€ne nachbessern mĂŒssen - bis die Klimakrise eingedĂ€mmt ist. Der Prozess mĂŒsse viel schneller werden, sagte der Delegationschef von Greenpeace, Juan Pablo Osornio, am Dienstag in Glasgow. Gleicher Meinung war die Oxfam-Chefin auf der COP26, Tracy Carty. Carty zufolge mĂŒsse der Ehrgeiz beim Schutz des Klimas drastisch gesteigert werden. Sie pochte ĂŒberdies auf Reparationszahlungen reicher Staaten an arme LĂ€nder fĂŒr unvermeidliche SchĂ€den durch die fatalen Folgen der ErderwĂ€rmung. Als Beispiele nannte sie lang andauernde DĂŒrren und tropische WirbelstĂŒrme nie gekannten Ausmaßes. „In den Ă€rmsten LĂ€ndern ist die Klimakrise bereits eine tödliche RealitĂ€t“, sagte sie. Doch wollten die reichen Industriestaaten ĂŒber Schadenersatz nicht sprechen. Insgesamt seien die Verhandlungen noch lange nicht am Ziel. Es sei noch ein langer Weg, damit die Konferenz in Glasgow positiv in Erinnerung bleiben könne.
  • 11/09/2021, 06:09 PM

    Bekommt das Ende fĂŒr Verbrenner-Autos ein Datum?

    Der klimafreundliche Umbau des Verkehrs steht am Mittwoch im Fokus des Weltklimagipfels in Glasgow. Erwartet wird eine ErklÀrung mehrerer Dutzend Staaten, die dem Verkauf von Autos mit Verbrennermotor ein Enddatum setzt.

    Aus London reist der britische Premierminister Boris Johnson nach Schottland, um den Verhandlungen Schwung zu geben. Aus Sicht des britischen PrĂ€sident des Gipfels, Alok Sharma, liegt noch viel harte Arbeit vor den Verhandlern. „Wir machen Fortschritte, aber wir haben noch immer einen Berg zu erklimmen“, so Sharma vor Journalisten.

    Protest against IAA 2019 International Motor Show

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