Kinder als Kanonenfutter: Jetzt rekrutiert der Iran schon 12-Jährige
Kinder in Teheran stehen auf einer Plattform mit US-Flagge und Davidstern
Mit einem Plastikschlüssel um den Hals gingen Tausende Kinder freiwillig in die tödlichen Minenfelder. Der Schlüssel, so machte es das Mullah-Regime um den damaligen Ayatollah Khomeini den vielen, oft kaum zwölf Jahre alten Kindern weis, würde ihnen das Tor zum Paradies aufsperren. Und sie gingen freiwillig, die fanatisierten Kinder der bedingungslosen Anhänger des Ayatollahs. In Wellen losgeschickt, sollten die wehrlosen Kinder mit ihren Körpern Minen zum Explodieren bringen und so die irakische Armee aufhalten, die 1980 in den Iran einmarschiert war.
Allein am ersten Tag dieses perversen Kriegseinsatzes sollen es 4.000 tote Kinder gewesen sein. Viele weitere solcher Tage folgten.
Auch heute, fast vierzig Jahre später, will das iranische Regime wieder Kinder rekrutieren: In einer landesweiten Kampagne rufen die Islamischen Revolutionsgarden Kinder ab 12 Jahren dazu auf, sich freiwillig den Basij-Milizen anzuschließen, „um die Heimat zu verteidigen“. Auf größeren Plätzen und nahe bei Moscheen werden Stände aufgebaut, wo sich die Kinder und Jugendlichen melden können. Die Basij-Milizen umfassen rund 450.000 Mann, sie sind ein Teil der Revolutionsgarden und gelten zum Teil als verantwortlich für die Ermordung von bis zu 30.000 Menschen bei den Protesten im Jänner.
Passanten fliehen nach einem Angriff auf Teheran
„Wir haben einen Plan ins Leben gerufen, den wir ‚Für Iran‘ nennen, ein Registrierungsprogramm für Heimatverteidiger“, bestätigte ein Vertreter der Revolutionsgarden in iranischen Medien. „Wir haben das Mindestalter auf 12 Jahre festgelegt.“ Dabei sei durchaus daran gedacht, die Kinder an Patrouillen und Kontrollen teilnehmen zu lassen. Auch Mädchen würden aufgenommen, zumal es auch um Versorgungsaufgaben wie Kochen für die Basij-Milizen ginge.
Ein Kriegsverbrechen
Das humanitäre Völkerrecht spielt für die Revolutionsgarden dabei keine Rolle: Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern im Militär oder ihr genereller Einsatz in Kriegsgebieten gelten als Kriegsverbrechen, wenn die Kinder jünger als 15 Jahre sind.
„Es gibt keine Entschuldigung für eine Rekrutierungskampagne des Militärs, die darauf abzielt, Kinder zur Meldung zu bewegen, geschweige denn 12-Jährige“, empört sich Bill Van Esveld, Vize-Direktor für Kinderrechte bei der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. „Die iranischen Behörden sind offenbar dafür bereit, das Leben von Kindern für ein wenig zusätzliche Manpower zu riskieren.“
Die Revolutionsgarden aber stellen die Lage im Land so dar, als würden ihnen die Jugendlichen die Türen einrennen. „Bei den Aufklärungs- und Einsatzpatrouillen haben sich immer wieder Jugendliche gemeldet und gesagt, dass sie teilnehmen wollen“, schilderte Revolutionsgarden-Sprecher Rahim Nadali in einem TV-Interview: „Angesichts des Alters derjenigen, die das wollen, haben wir das Mindestalter auf 12 Jahre festgelegt.
Welche große zusätzliche Gefahr allein die Rekrutierungskampagne für die Kinder darstellt, zeigte sich bereits am ersten Tag: Ein 11-jähriges Kind, das seinen Vater zu einem Kontrollpunkt der Basij-Milizen begleitete, wurde bei einem Angriff von einer US-Bombe getötet. Der Bub habe seinem Vater “helfen wollen, den Iran zu verteidigen„, bestätigten die Basij. Der 11-jährige Alireza sei “im Dienst„ getötet worden.
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