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Jerusalem: "Zwei-Staaten-Lösung ist vorbei"

Der palästinensischer Chefunterhändler will nun für eine ein-Staaten-Lösung kämpfen. US-Außenminister Tillerson ist um Beruhigung bemüht.
Der Felsendom in Jerusalem mit seiner goldenen Kuppel vor der Stadtkulisse.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat sieht die Bemühungen um einen unabhängigen Palästinenserstaat mit der US-Entscheidung zu Jerusalem am Ende. "Präsident Trump hat dem palästinensischen Volk eine Botschaft übermittelt: Die Zwei-Staaten-Lösung ist vorbei", sagte Erekat der israelischen Zeitung "Haaretz" vom Donnerstag. "Jetzt ist es an der Zeit, für eine Ein-Staaten-Lösung zu kämpfen, mit gleichen Rechten für alle, die im historischen Palästina leben, vom (Jordan)-Fluss bis zum Meer." Mit dem historischen Palästina bezieht Erekat sich auf das Gebiet des heutigen Israel, das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem.

In einem historischen Alleingang hatte Trump am Mittwoch in Washington gesagt: "Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass es Zeit ist, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen." Trump wies zudem das Außenministerium an, mit dem Prozess zur Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu beginnen.

Tillerson gegen Eile

US-Außenminister Rex Tillerson ist indes um Beruhigung nach der umstrittenen Entscheidung zur Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem bemüht. "Wir werden das nicht schnell machen", sagte Tillerson am Donnerstag in einem Pressegespräch mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) am Rande des OSZE-Ministerrates in Wien.

Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Krieges den Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem die künftige Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates.

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