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© APA/AFP/CHARLES LOMODONG

UNO
06/20/2016

Jeder zweite Flüchtling ist unter 18 Jahren

Im Vorjahr mussten 65,3 Millionen Menschen weltweit ihre Heimat verlassen.

von Karoline Krause-Sandner

Auf der Welt leben rund 7,3 Milliarden Menschen. Laut neuesten Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mussten bis Ende 2015 65,3 Millionen davon ihre Heimat verlassen. Damit ist statistisch gesehen jeder 113. Mensch auf der Flucht.

21,3 Millionen davon zählen als Flüchtlinge, 40,8 Millionen sind in ihrem Heimatland auf der Flucht, 3,2 Millionen warteten mit Ende 2015 in verschiedenen Ländern auf ihren Asylbescheid. Das ist die höchste bisher verzeichnete Zahl.

Trauriger Rekord

Das UNHCR stellt dazu heute seinen jährlichen "Global Trends"-Bericht vor. Kinder und Jugendliche sind demnach besonders von Flucht betroffen. Mehr als die Hälfte der Menschen, die im vergangenen Jahr auf der Flucht waren, sind unter 18 Jahre alt. Insgesamt wurden 98.400 Asylanträge von unbegleiteten oder von ihren Eltern getrennten Kindern registriert. Auch das, ein trauriger Rekord.

2015 konnten mehr Menschen in ihre Heimatländer zurückkehren als im Jahr davor (201.400 im Vergleich zu 126.800). Enttäuscht zeigt sich das UNHCR immer wieder über die geringe Bereitschaft zum Resettlement (Flüchtlinge aus einem Erstzufluchtsland in einem Drittstaat aufnehmen, Anm.). Etwas mehr als 107.000 Flüchtlinge konnten 2015 so in einem sicheren Staat angesiedelt werden, im Vergleich zu 105.000 im Jahr 2014. Das sind 0,66 Prozent der Flüchtlinge. Österreich nahm im Vorjahr 758 Flüchtlinge aus einem Erstzufluchtsland auf.

Vor allem in den vergangenen fünf Jahren sind die Flüchtlingszahlen rasant nach oben gegangen, berichtet UNHCR mit Verweis darauf, dass seit Mitte der 1990er-Jahre Flucht und Vertreibung stetig zugenommen haben. Das UN-Flüchtlingshilfswerk führt das darauf zurück, dass es so viele neue Konfliktherde gibt (etwa Südsudan, Jemen, Ukraine), dass andere Konflikte schon seit mehreren Jahrzehnten bestehen (etwa Afghanistan und Somalia) und dass effektive und dauerhafte Lösungen immer schwerer zu finden seien (etwa Syrien).

Auch die Faktoren, die Flüchtlinge auf ihrem Weg in Gefahr bringen, steigen an, warnt UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi: "Auf dem Meer verlieren erschreckend viele Menschen ihr Leben, der Landweg ist durch geschlossene Grenzen zunehmend blockiert, und in manchen Ländern wird gegen Asyl politisch Stimmung gemacht."

Die Hälfte der insgesamt 21,3 Millionen Flüchtlinge kommt übrigens aus den drei Ländern Syrien (4,9 Millionen), Afghanistan (2,7 Millionen) und Somalia (1,1 Millionen). Kolumbien hat mit 6,9 Millionen Menschen die meisten Binnenflüchtlinge, gefolgt von Syrien (6,6 Millionen) und dem Irak (4,4 Millionen.)

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