Politik | Ausland
31.08.2017

Japan und USA wollen Druck auf Nordkorea "sichtbar" erhöhen

Der Flug einer nordkoreanischen Rakete über Japan hinweg sorgt weiter für Empörung. Verteidigungsminister von Japan und den USA berieten telefonisch.

Japan und die USA wollen den Druck auf Nordkorea auf "sichtbare Weise" erhöhen. Darauf verständigten sich der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera und sein US-Amtskollege James Mattis am Donnerstag in einem Telefongespräch, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

Onodera deutete demnach an, dass damit möglicherweise verstärkte Manöver beider Streitkräfte gemeint sein könnten.

Nordkorea hatte am Dienstag über den Norden Japans hinweg eine Rakete getestet. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte dies einstimmig als "empörend".

Nordkorea verschärft Ton

Pjöngjang hat den Ton gegen Japan im Atomkonflikt verschärft. Das Bündnis Tokios mit den USA beschleunige "die Selbstzerstörung" Japans, erklärte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Nordkorea hatte am Dienstag erstmals eine Rakete über japanisches Gebiet hinweg abgefeuert und danach mit weiteren Tests mit Ziel Pazifik gedroht. International wurde der Abschuss scharf verurteilt.

Die militärische Allianz zwischen Japan und den USA sei eine "ernsthafte Bedrohung" für die Koreanische Halbinsel, hieß es in dem KCNA-Text weiter. Tokio dürfe nicht weiter blind Washington folgen.

Nordkorea hatte den 29. August als Tag für den jüngsten Raketenabschuss nach Angaben der Agentur bewusst gewählt, um an den 107. Jahrestag des japanisch-koreanischen Abkommens von 1910 zu erinnern, auf dessen Grundlage Japan die Koreanische Halbinsel kolonisierte.

China rief alle Seiten zur friedlichen Beilegung des Konflikts auf. Alle Parteien sollten jegliche Sprache und Handlungen vermeiden, die die Situation verschärfen könnten.