Politik | Ausland
16.07.2018

Italien erlaubt Landung von 450 Bootsflüchtlingen

Premier Conte: "Erstmals können wir behaupten, dass die Migranten in Europa gelandet sind"

Die italienische Regierung hat den 450 Migranten, die sich an Bord von zwei Frontex-Schiffen vor Sizilien befinden, die Landung im sizilianischen Hafen Pozzallo genehmigt. Der Beschluss wurde gefasst, nachdem sich fünf EU-Länder bereit erklärt hatten, die Migranten aufzunehmen.

Die Landungsoperation sei im Gang, berichteten italienische Medien am Montag. Bis zur Umverteilung in andere EU-Ländern werde Italien den Migranten die notwendige Unterstützung sichern.

"Erstmals können wir behaupten, dass diese Migranten in Europa eingetroffen ist", hieß es in einer Presseaussendung des italienischen Premier Giuseppe Conte. Dieser hatte Kontakte mit den EU-Partnern für die Aufnahme der Migranten aufgenommen.

"Politischer Sieg"

Spanien, Portugal, Deutschland, Malta und Frankreich hatten sich nach langen Verhandlungen bereit erklärt, je 50 der insgesamt 450 Migranten zu übernehmen, die am Samstag vor den Küsten Italiens aus einem Holzboot aufgenommen worden waren. "Strenge und Kohärenz führen zu Resultaten", kommentierte der italienische Innenminister Matteo Salvini, der von einem "politischen Sieg" für Italien sprach.

Nach dem Kampf gegen Schlepperei sei die Rückführung der Migranten ein weiteres Anliegen der Regierung in Rom. "Die klare Botschaft ist: Niemand darf mehr illegal nach Italien einwandern", schrieb Salvini auf Facebook.

In den vergangenen Wochen hat die italienische Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega mehrfach Schiffe mit geretteten Migranten auf dem Meer blockiert. Hilfsorganisationen wurde die Einfahrt in italienische Häfen verwehrt.