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Politik Ausland
05/05/2021

Dolce Vita: Italien öffnet ab 16. Mai für Touristen

Keine Quarantäne mehr, Maskenpflicht im Freien, Restaurantbesuch bis 22 Uhr - oder vielleicht sogar länger.

Von Andrea Affaticati, Mailand

Jetzt ist es so weit. Nach bangem Warten für Italien-Sehnsüchtige steht seit Mitte der Woche fest: Ab 16. Mai darf man wieder ohne Quarantänepflicht nach Italien einreisen. Ministerpräsident Mario Draghi nahm die Gelegenheit des G20-Tourismusgipfels wahr, diese Frohbotschaft zu verkünden: „Es ist wieder an der Zeit, Ihren Urlaub in Italien zu buchen. Wir freuen uns, Sie bei uns wieder willkommen zu heißen.“

Italien prescht also vor, will nicht auf die EU-Green-Card warten, die für Mitte Juni angekündigt ist und das unbeschränkte Reisen durch die ganze EU für Geimpfte, Getestete oder Genesene ohne Quarantänepflicht erlauben soll. Draghi hat damit dem wachsenden Druck der italienischen Tourismusbranche nachgegeben, die sechs Prozent des BIPs ausmacht und voriges Jahr coronabedingt 28 Milliarden Euro verloren hat.

Der Schritt erfolgte nun nicht zuletzt deshalb, weil Spanien schon zu Ostern die Tourismussaison eingeläutet hat und Griechenland auch ab 15. Mai Touristen wieder einreisen lässt.

Die ab 16. Mai in Italien geltenden Vorschriften für den Besucher: Bei der Einreise muss man entweder eine Bestätigung vorweisen, beide Corona-Teilimpfungen erhalten zu haben, und zwar mit einem von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bewilligten Impfstoff (Pfizer, Moderna, Astra Zeneca oder Johnson & Johnson); oder, dass man seit nicht mehr als sechs Monaten von einer Covid-19-Infektion genesen ist; oder einen negativen Covid-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Eine mindestens fünftägige Quarantäne wie bisher ist dann nicht mehr vorgesehen.

Slowenien
Einreisende  Urlauber müssen nicht in Quarantäne – ein negativer PCR-Test, eine vollständige Impfung oder der Nachweis einer Genesung genügt. In den meisten Regionen haben die Außenbereiche der Restaurants, Cafés und Bars wieder offen. Sieben-Tages-Inzidenz derzeit: 228,7.

Kroatien
Trotz angespannter Corona-Lage (Sieben-Tages-Inzidenz bei 304,2) hofft das Land auf Touristen: Hotels sind offen, die Außenbereiche von Restaurants, Bars, Cafés ebenso. Einreisende müssen einen negativen PCR-Test vorweisen, Geimpfte und Genesene dürfen dies ebenso. Quarantänepflicht gibt es keine mehr.

Spanien
Auf den  Kanarischen Inseln  und den Balearen erlaubt die gute Lage seit Längerem die  Öffnung der Außenbereiche von Restaurants und Bars. Auch auf dem Festland sieht es  besser aus: Am Sonntag endet der Notstand.  Keine Quarantäne für Urlauber, negativer PCR-Test ist nötig.

Griechenland
Ab 15. Mai müssen einreisende Touristen aus Österreich  nicht mehr in Quarantäne –  ein negativer PCR-Test oder eine vollständige Impfung genügt. Restaurants, Cafés und Bars haben dann ihren Außenbereich geöffnet. Allerdings gilt von 23 Uhr bis 5 Uhr Früh auch für Touristen Ausgangssperre.

Türkei 
Alle Touristenregionen des Landes sind derzeit Risikogebiete (Sieben-Tages-Inzidenz: 276,1). Die landesweiten Ausgangssperren gelten nicht für Touristen. Gastronomiebetriebe sind geschlossen, Einkaufszentren nur kurz geöffnet. Der harte Lockdown gilt vorerst bis 17. Mai.

Für die Besucher gelten dieselben Regeln wie fürItaliener: Maskenpflicht im Freien, Abstandhalten, nächtliche Ausgangssperre. Wobei Letztere im Moment noch ab 22 Uhr in Kraft tritt, doch bei weiter sinkenden Fallzahlen könnte diese schon ab 16. Mai auf 23 Uhr verschoben werden. Museen und Kinos sind schon seit Ende April geöffnet.

Auch die jetzt noch gültige Verordnung, dass die Lokale und Restaurants die Gäste nur im Freien bedienen dürfen, könnte ab Mitte Mai oder spätestens ab 1. Juni aufgehoben werden. Auf die Frage des KURIER, wie sich der ausländische Besucher in den unterschiedlich gefärbten Regionen verhalten müsse, lautete die Antwort aus dem Tourismusministerium: „Genauso wie die Italiener. Man darf sich zwischen den gelben und orangen Zonen frei bewegen, in die roten darf man nicht“ (zurzeit nur noch Valle d’Aosta).

Italiens Strandbäder haben seit 1. Mai geöffnet. „Für die Strandbadbetreiber und ihre Gäste gelten die Regeln vom vorigen Jahr“, sagt Fabrizio Licordari, Vorsitzender des Strandbäderverbands Assobalneari, dem KURIER. „Distanzierung der Liegen und Sonnenschirme, beim Verlassen des Liegestuhls muss Mundschutz getragen werden – es sei denn, man geht ins Wasser. Am Strandkiosk darf nur getrunken und gegessen werden, wenn dieser über Tische verfügt.“

Ein Sommer am Meer ohne Disco ist für viele Junge kein wirklicher Sommer. Im Moment sieht es aber nicht nach einer Öffnung aus. Die Regierung will eine Situation wie im vergangenen Sommer, als eine Disco auf Sardinien zur Virusschleuder für ganz Italien wurde, vermeiden. Ein Disco-Betreiber aus der süditalienischen Region Apulien schlägt jetzt vor, es Städten wie Barcelona, Amsterdam und Liverpool nachzumachen, wo Testkonzerte veranstaltet wurden, bei denen die Besucher negative Corona-Tests vorweisen mussten.

Heimreise

Die Quarantänepflicht für Heimkehrer nach Österreich (zurzeit trotz Tests fünf Tage, erst dann ist Freitesten möglich) soll durch eine Verordnung ab 19. Mai fallen, so der hiesige Plan. Zuständig für das rechtzeitige Zustandekommen der Verordnung ist das Gesundheitsministerium.

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