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Interview
04/18/2021

Urlaub in Kroatien? "Die Leute werden trotzdem zu uns kommen"

Ein österreichischer Hotelier in Rovinj über die komplizierte Saison 2021 und seinen Standortvorteil in Istrien.

von Uwe Mauch

Peter Lösch kann aus erster Hand berichten: Er arbeitet seit 2006 in Kroatien, seit zehn Jahren in Rovinj. Derzeit leitet der Sohn eines Steirers aus Leoben eines der angesagtesten Luxus-Hotels an der Adria, das Grand Park in Rovinj. Darüber hinaus ist er für einige kleinere Häuser des kroatischen Maistra-Konzerns verantwortlich.

KURIER: Herr Lösch, wo bleiben denn bis dato Ihre österreichischen Landsleute?

Peter Lösch: Sie scheinen vorsichtiger zu sein als die Deutschen. Ostern ist ja normalerweise „Österreicherzeit“ in Istrien. Doch es war heuer genau anders rum in unseren Hotels: Hundert Zimmer waren von deutschen Gästen gebucht, nur fünf von Österreichern. Wir erwarten aber, dass sich das in den kommenden Wochen ausgleicht.

Wie geht es dem Tourismus in Istrien aktuell?

Besser als noch im März 2020 befürchtet, allerdings muss man auch sagen: Noch so eine Saison wie im Vorjahr, dann wird’s auch hier richtig schwierig. Dann werden das einige vor allem kleinere Betriebe nicht überleben. Unser Mutterkonzern ist an sich gut aufgestellt. Doch auch unsere Hotels hatten übers Jahr gerechnet bis zu 50 Prozent weniger Umsatz als 2019. Trotz der schwierigen Situation erzielten wir im Grand Park Hotel Rovinj immerhin 66 Prozent des Umsatzes von 2019.

Was lässt Sie hoffen?

Istrien wurde nach dem ersten Lockdown im Vorjahr von einer völlig neuen Klientel entdeckt. Das waren Leute, die plötzlich in ihrem Urlaub nicht mehr in die Ferne fliegen durften und daher mit ihrem Auto kamen.

Wurde diese pandemiebedingte Chance genützt?

Ich denke schon. Nicht zuletzt deshalb, weil viele Vorurteile ausgeräumt werden konnten. Wer als Kind in den 1970er-Jahren zum letzten Mal im damaligen Jugoslawien war, durfte sich wundern, welchen Standard die Region heute bietet. Istrien wird zu Recht als die neue Südsteiermark bezeichnet.

Und wie wird 2021 konkret?

Das ist eine Frage, die im Moment niemand genau beantworten kann. Ich kann Ihnen heute nicht einmal sagen, wie viele Mitarbeiter ich im Mai benötigen werde.

Wie viele sind es derzeit?

Für 209 Zimmer bereits 200 Angestellte, was dem Niveau vom August des Vorjahrs entspricht. Weiterhin gehen wir davon aus, dass wir 80 Saison-Arbeitskräfte einstellen können. Wir gehen somit von einem erfolgreichen Jahr aus. Jene Mitarbeiter, die derzeit zu Hause sind, erhalten auch dank einer Förderung des Staates 70 Prozent ihres regulären Einkommens.

Was stimmt Sie optimistisch?

Auch wenn es schwierig bleibt: Die Leute werden trotzdem zu uns kommen. Unsere Stammgäste warten nur darauf, dass die Reisebestimmungen erleichtert werden. Istrien ist auch in diesem Sommer in einer deutlich besseren Situation als viele andere Urlaubsdestinationen. Die Infektionszahlen waren seit Anbeginn der Pandemie im europaweiten Vergleich niedrig. Aufgrund der geografischen Nähe zu München, Wien oder Budapest sind wir auch heuer die einfachste und die sicherste Option.

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