Am Ende gewinnt doch Rechts

ISRAEL ELECTIONS
Foto: APA/DARREN WHITESIDE / POOL Alter und vermutlich neuer Premier: Benjamin Netanyahu.

Das Bündnis von Premier Netanyahu liegt mit 31 Sitzen an erster Stelle. Die drei arabischen Parteien müssen ein Mandat abgeben.

Bei den Parlamentswahlen in Israel hat das rechte Lager nun doch eine knappe Mehrheit von 61 der 120 Mandaten errungen. Dies bestätigte am Donnerstagabend das offizielle Endergebnis der Wahlkommission. Demnach kommt die ultrarechte Siedlerpartei Das jüdische Haus (Habayit Hayehudi) von Naftali Bennett auf zwölf statt elf Abgeordnete. Die drei arabischen Parteien, die als gemeinsame Liste angetreten waren, verloren gegenüber den vorläufigen Ergebnissen ein Mandat und erreichen nun elf statt zwölf Sitze.

An erster Stelle liegt mit 31 Mandaten weiterhin das rechte Wahlbündnis Likud-Beitenu von Regierungschef Benjamin Netanyahu, der daher mit der Regierungsbildung beauftragt werden dürfte. Auch die Stimmanteile der übrigen Parteien blieben unverändert: Liberalen Zukunftspartei (Yesh Atid) 19 Mandate, Arbeitspartei 15 Mandaten, Schas-Partei der ultraorthodoxen sephardischen Juden 11 Mandate, ultraorthodoxe Partei Vereinigtes Torahjudentum der aschkenasischen Juden 7 Mandate, Hatnua-Partei und linksliberale Meretz-Partei je 6 Mandate, Kadima-Partei 2 Mandate.

Das am Donnerstag veröffentlichte Ergebnis bezieht auch Stimmen von Soldaten ein, die bisher nicht ausgezählt waren. Das endgültige amtliche Ergebnis wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch feststehen. Erst dann wird Staatspräsident Shimon Peres nach eigenen Angaben die Regierungsbildung in Auftrag geben.

Die Konkurrenten von Benjamin Netanyahu

Benjamin Netanyahu (63), Premier und Chef des rechten, siedlerfreundlichen Likud. Tritt mit „Unser Haus Israel“ an. Netanyahu ist mit USA im Dauerkonflikt über Iran, Siedler, Palästinenser. Avigdor Lieberman (54), Unser Haus Israel: Der Scharfmacher der israelischen Politik ist wegen Betrugs angeklagt. Seine Partei tritt im Bündnis mit Likud an. Umfragen sagen 34 Prozent vorau. Naftali Bennett (40), Das Jüdische Haus. Der religiöse Hightech-Millionär ist noch rechter als das Bündnis von Netanyahu und Lieberman. Mit 14 Prozent liegt Bennett an dritter Stelle. Shelly Jachimowich (52), Arbeitspartei: Die Ex-Armeeoffizierin steht für soziale Gerechtigkeit, sie führt einen klar linken Kurs. Eine Koalition mit Netanyahu lehnt sie ab; Umfragewert: 16 Prozent. Tzipi Livni (54), Hatnua: Die Ex-Außenministerin verließ 2012 die Zentrumspartei Kadima, um ihre eigene Partei (Hatnua) zu gründen. Mit linksliberalen Positionen liegt sie bei 10 Prozent Yair Lapid (49), Zukunftspartei: Der prominente TV-Moderator gründete die Partei 2012. Mit liberalen Grundhaltungen und einer harten Linie gegenüber den Palästinensern liegt sie bei 9 Prozent.

(APA/AFP / jt) Erstellt am
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