© EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

Politik Ausland

Iran/USA: Ein Mord als Anschlag auf den Neuanfang

Das Attentat auf den bekannten Raketentechniker Mohsen Fakhrizadeh wird Joe Biden den Dialog mit Teheran erschweren.

von Karoline Krause-Sandner

11/28/2020, 05:53 PM

Mohsen Fakhrizadehs Leiche wurde gerade erst von der Straße gebracht, da waren die HintermĂ€nner seiner Mörder bereits ausgemacht. Die Erzfeinde in Israel und Amerika sollen hinter der Tat stehen, die die Regierung in Teheran einen „Akt des Staatsterrors“ nennt.

Der Getötete war Offizier der Revolutionsgarden und galt als wichtige Figur im iranischen Atomprogramm, wo er fĂŒr die Herstellung von Raketen zustĂ€ndig war. Am Freitag wurde er vor den Toren Teherans in seinem Auto erschossen.

Diplomatie torpediert

Doch nicht das Atomprogramm des Landes könnte unter der Tat leiden, sondern vor allem die kĂŒnftigen Beziehungen mit den USA: „Das war nicht nur ein Anschlag auf den Professor, sondern auf die bevorstehenden diplomatischen BemĂŒhungen beider LĂ€nder nach der AmtsĂŒbernahme von Joe Biden“, twitterte der Politologe Mohsen Milani.

Die Beziehungen zu Washington hatten sich ohnehin in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert. Donald Trump hat nicht nur 2018 einseitig das drei Jahre zuvor unterzeichnete Atomabkommen aufgekĂŒndigt, sondern kĂŒrzlich laut einem Bericht der New York Times sogar ein militĂ€risches Vorgehen gegen den Iran ĂŒberlegt.

Unter seinem Nachfolger Joe Biden, hatte man auf eine RĂŒckkehr an den Verhandlungstisch gehofft.

Schwer fĂŒr Biden

Doch am Samstag brannte auf den Straßen von Teheran nicht nur das Abbild von Donald Trump, sondern auch jenes seines Nachfolgers Joe Biden. Dessen Vorhaben, die AtomgesprĂ€che mit dem Iran wieder aufzunehmen, könnte durch den Mord an Fakhrizadeh um einiges schwieriger geworden sein. „Bis JĂ€nner kann außerdem noch viel passieren“, sagt Walter Posch vom Institut fĂŒr Friedenssicherung und Konfliktmanagement (IFK) in Wien und erinnert, dass die Wut gegen die USA im Iran ohnehin schon groß ist.

Fakhrizadeh war kein Unbekannter und seit Langem ein Ziel des israelischen Geheimdienstes Mossad – daher auch die schnelle Vermutung, dass Israel hinter dem Mord steckt. „Auffallend war, dass sich der offizielle Iran gegenĂŒber der USA mit Schuldzuweisungen zurĂŒckgehalten haben“, sagt Posch.

Die Tat wird eher als symbolischer Akt wahrgenommen, denn als Angriff auf das Atomprogramm. „Der Weg Fakhrizadehs wird jetzt intensiver fortgesetzt“, sagte Atomchef Ali-Akbar Salehi. „FĂŒr die eine herausgerissene Blume werden Tausende nachwachsen“, twitterte Kommunikationsminister Mohamed-Javad Azari Jahromi.

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