Iran-Krieg, Tag 14: Anschläge in den USA, Feierlichkeiten in Teheran
Die Lage im Iran-Krieg bleibt unübersichtlich. Wir versuchen täglich, Ihnen die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 24 Stunden auf einen Blick zusammenzufassen.
© REUTERS/Hasnoor Hussain
Seit 28. Februar tobt ein neuer Krieg im Nahen Osten. Israel und die USA setzen ihre Luftangriffe gegen den Iran unentwegt fort, der reagiert mit großflächigen Drohnen- und Raketenangriffen auf fast alle Staaten der Region. Dieses Briefing bietet einen Überblick über die wichtigsten Geschehnisse der letzten 24 Stunden in betroffenen Ländern.
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Iran
- Am letzten Freitag des muslimischen Ramadan-Fests wird in Teheran seit 1979 der sogenannte al-Quds-Tag gefeiert, an dem das Regime Massenproteste seiner Anhänger "zur Befreiung Jerusalems" organisiert. Auch an diesem Freitag sollen die Proteste trotz anhaltender Luftangriffe stattfinden.
- Israels Militär kündigte zeitgleich eine groß angelegten Angriffswelle auf die Hauptstadt an. Iranische Medien berichteten am Freitag von zahlreichen Explosionen und Kampfjets über der westlichen Vorstadt Karaj. Israel spricht davon, mehr als 200 Ziele des Mullah-Regimes angegriffen zu haben, um den Beschuss auf israelisches Gebiet zu reduzieren.
- Die Revolutionsgarden erklärten laut der staatlichen Nachrichtenagentur FARS, dass die Straße von Hormus weiter gesperrt bleibe. Damit würde das Militär einer Anweisung des neuen Religionsführers Mojtaba Khamenei folgen.
- Warum das wichtig ist: Die USA hatten ursprünglich angekündigt, Schiffe durch die Meerenge eskortieren zu wollen. Dazu sind sie nach Angaben von Energieminister Chris Wright aber noch nicht in der Lage. Die Ölpreise steigen durch die Blockade weiter an.
USA
- Finanzminister Scott Bessent erklärte am Donnerstagabend, dass die US-Regierung einige Sanktionen gegen Russland aufheben werde, um den Verkauf von 100 Millionen Barrel russischen Öls auf dem Weltmarkt zu ermöglichen. So soll der Ölpreis gesenkt werden. Die Maßnahme gilt vorerst bis 11. April.
- Auf dem größten US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" brach am Donnerstagabend ein Feuer aus. Dieses stehe "nicht mit Kampfhandlungen im Zusammenhang" und sei bereits wieder unter Kontrolle, das Schiff bleibe voll einsatzfähig, heißt es vom US-Militär.
- Zwei Terroranschläge: Im Bundesstaat Virginia schoss ein vorbestrafter IS-Anhänger in einem Uni-Hörsaal um sich, tötete eine eine Person und verletzte zwei weitere. In Michigan fuhr ein gebürtiger Libanese mit seinem Lkw in eine Synagoge, erfasste jedoch niemanden. Beide Täter wurden von der Polizei erschossen.
- Warum das wichtig ist: Beide Angriffe dürften vom aktuellen Kriegsgeschehen motiviert gewesen sein. Wie US-Behörden berichten, verlor der Täter in Michigan zu Kriegsbeginn zwei Brüder und zwei Neffen bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon. Die Sorge vor weiteren Anschlägen in den USA ist groß.
Libanon
- Israels Verteidigungsminister Israel Katz drohte der libanesischen Regierung offen: Sollte sie nicht in der Lage sein, die Terrormiliz Hisbollah davon abzuhalten, Raketen auf Israel abzufeuern, werde die israelische Armee "die Sache selbst in die Hand nehmen" und "weitere Gebiete im Libanon einnehmen".
- Israels Streitkräfte (IDF) bombardierten die Zrariyah-Brücke über den Litani-Fluss im Süden des Libanon. Die Brücke sei ein wichtiger Übergang für die Hisbollah, teilte die Armee am Freitag mit. Die Terrormiliz habe in der Nähe Raketen-Abschussrampen stationiert und von dort aus Israel beschossen, so die IDF.
- Warum das wichtig ist: Israel hat damit erstmals seit Beginn des Krieges einen Angriff auf zivile Infrastruktur eingeräumt. Die Hisbollah und von ihr geführte Behörden, aber auch internationale Hilfsorganisationen hatten Israel das schon länger vorgeworfen. Eine israelische Drohne habe am Freitag etwa erneut ein Wohnhaus in Beirut getroffen. Laut libanesischen Angaben kamen bisher 687 Menschen bei israelischen Attacken ums Leben.
Israel
- Bei iranischen Raketenangriffen wurden im mehrheitlich arabischen Ort Zarzir 58 Menschen leicht verletzt, eine Frau sei durch Granatsplitter "mittelschwer" verletzt worden.
- Warum das wichtig ist: Zwar kann der Großteil der iranischen Luftangriffe auf israelischem Gebiet weiter abgefangen werden, doch Kritiker im Land äußern in israelischen Medien immer lauter Zweifel daran, dass die Luftabwehrkapazitäten noch lange so weitermachen können.
Irak
- Ein US-Tankflugzeug ist im Westen des Irak abgestürzt. Eine vom Iran unterstützte Miliz behauptete, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Das für die Region zuständige US-Kommando CENTCOM erklärte dagegen, der Absturz sei weder auf feindlichen Beschuss noch auf Beschuss von Verbündeten zurückzuführen.
- Pro-iranische Milizen (die sogenannten Hash al-Shaabi) meldeten am Donnerstag, dass 27 ihrer Kämpfer bei gemeinsamen Luftangriffen Israels und der USA im Irak getötet wurden. Der irakische Ministerpräsident Mohammed Shia al-Sudani verurteilte die Angriffe auf seinem Staatsgebiet.
- Bei einem iranischen Drohnenangriff auf französische Truppen in der nördlichen Region Erbil ist in der Nacht auf Freitag ein Soldat getötet worden, wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mitteilte.
- Warum das wichtig ist: Die anhaltenden iranischen Gegenangriffe erhöhen den Druck auf in der Region stationierte NATO-Partner massiv. Wegen eines vorangegangenen Drohnenangriffs auf einen italienischen Militärstützpunkt gab die Regierung in Rom bekannt, ihre Soldaten "vorläufig" abziehen zu wollen.
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