"Weit vor Zeitplan": Trump sieht Iran-Krieg "so gut wie beendet"

Der US-Präsident sieht den Krieg im Iran "so gut wie beendet" und erwägt eine Übernahme der Straße von Hormus. Am Montag telefonierte Trump auch mit Putin.
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US-Präsident Donald Trump hat erstmals ein mögliches Ende des Iran-Kriegs angedeutet. Der Krieg sei "so gut wie" beendet, sagte Trump dem Sender CBS. Der US-Präsident begründete dies mit der militärischen Schwächung Teherans durch die USA und Israel. Unmittelbar nach Bekanntwerden seiner Äußerungen gaben die zuvor massiv gestiegenen Ölpreise nach, die US-Börse schloss im Plus. Trump äußerte sich nicht dazu, ob und wann die USA und Israel ihre Luftangriffe einstellen könnten.

Trump: "Haben nichts mehr übrig"

Der Krieg sei aber "weit vor dem Zeitplan", sagte der US-Präsident nach Angaben des Senders CBS weiter. Trump hatte die Dauer anfänglich auf "vier bis fünf Wochen" geschätzt, aber wiederholt betont, der Militärkonflikt könne auch "weitaus länger" dauern.

Der Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftwaffe mehr, sagte Trump weiter. Er wiederholte damit US-Einschätzungen aus den vergangenen Tagen. Auch die Raketen des Landes seien fast alle zerstört, iranische Drohnen würden überall abgeschossen. "Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig", betonte der US-Präsident. "Militärisch gesehen haben sie nichts mehr übrig."

Trump war durch die gestiegenen Ölpreise innenpolitisch unter Druck geraten. Das Weiße Haus hatte dazu vor Veröffentlichung des CBS-Interviews erklärt, der Präsident prüfe "alle glaubwürdigen Optionen", um die Ölpreise zu kontrollieren. Außerdem kündigte Trump an, die Kontrolle über die für den Öl- und Gashandel essenzielle Straße von Hormus übernehmen zu wollen.

Die USA und Israel hatten Ende Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Anführer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.

Massenkundgebungen für neuen Führer Khamenei

Laut staatlichen iranischen Medienberichten nahmen am Montag Hunderttausende Menschen an organisierten Solidaritätskundgebungen für den neuen Revolutionsführer Mojtaba Khamenei teil. In Teheran bekundeten Menschen demnach trotz der Gefahr von Raketenangriffen der USA und Israels dem obersten Führer ihre Treue.

Aufnahmen des staatlichen Fernsehens zeigten Autokorsos sowie Menschen mit iranischen Fahnen. Laut Staatsmedien erklärten die Demonstranten, gemeinsam mit dem neuen Führer den Konflikt bis zum "endgültigen Sieg" fortsetzen zu wollen. Der 56-jährige Mojtaba Khamenei war in der Nacht auf Montag - neun Tage nach dem Tod seines Vaters bei einem israelischen Luftangriff - zum neuen Religionsführer und Staatsoberhaupt ernannt worden.

Dem neuen geistlichen Oberhaupt habe er nichts zu sagen, zitierte der US-Sender CBS weiter aus seinem Interview mit Trump. Ihm schwebe jemand vor, der stattdessen das Land führen könne. Einen Namen nannte Trump nicht.

Telefonat mit Putin: Neben Iran auch Ukraine Thema

Nach russischen Angaben telefonierte US-Präsident Donald Trump Montagabend außerdem mit Kremlchef Wladimir Putin. Russlands Präsident unterbreitete dabei seinem US-Amtskollegen Vorschläge für eine rasche Beilegung des Iran-Kriegs. Dies teilte der russische Außenberater Juri Uschakow mit.

Außerdem habe sich Trump in dem rund einstündigen Gespräch erneut für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs ausgesprochen. Angesichts des schnellen russischen Vormarsches müsse Kiew Verhandlungen zustimmen, hieß es. Die Ukraine hatte dagegen Anfang März Geländegewinne für sich reklamiert.

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