Politik | Ausland
04.01.2018

Iran beschwert sich bei UN über "US-Einmischung"

Teheran wirft Washington politische Einflussnahme vor. Trump twittert Regierung in Teheran sei "brutal und korrupt".

Der Iran hat sich wegen der Unterstützung der USA für die regierungskritischen Demonstrationen bei der UNO beschwert. In einem an den UNO-Sicherheitsrat und UNO-Generalsekretär Antonio Guterres adressierten Schreiben warf Teheran der US-Regierung am Mittwoch vor, sich in die internen Angelegenheiten des Landes einzumischen.

Washington habe durch seine "grotesken" Versuche der Einflussnahme gegen internationales Recht verstoßen, erklärte der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Gholamali Khoshroo. Die US-Regierung habe Demonstranten ermutigt, auf die Straße zu gehen, um die Regierung zu stürzen.

Trump: "Brutal und korrupt"

US-Präsident Donald Trump hatte die Proteste gegen die iranische Staatsführung in den vergangenen Tagen mehrfach gelobt und die Regierung in Teheran als "brutal und korrupt" bezeichnet.

Zudem erwägen die USA neue Sanktionen gegen Vertreter der iranischen Regierung und ihre Unterstützer, um Gewalt gegen Demonstranten zu ahnden.

Viele Tote und Hunderte Festnahmen

Die Islamische Republik wird derzeit von den größten Unruhen seit 2009 erschüttert. Die Proteste der zumeist jugendlichen Demonstranten hatten am Donnerstag in Mashhad begonnen und breiteten sich seitdem auf zahlreiche Städte aus, wobei sie teils in Gewalt umschlugen.

Mindestens 21 Menschen kamen bereits bei Zusammenstößen ums Leben. Hunderte Demonstranten wurden festgenommen. Als ein Grund für die Unruhen gilt die wirtschaftliche Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung.