© APA/AFP/Moscow transport department/HANDOUT

Politik Ausland
01/04/2021

In der Moskauer U-Bahn dürfen nun auch Frauen ans Steuer - nach 80 Jahren

Zwölf Fahrerinnen wurden eingestellt, nachdem ein Gesetz aus der Sowjetzeit gekippt wurde, das Frauen das Lenken der Züge 80 Jahre lang verboten hat.

Erstmals in der mehr als 80-jährigen Geschichte der U-Bahn in Moskau sitzen nun auch Frauen am Steuer der Züge. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe der russischen Hauptstadt sind zwölf Fahrerinnen eingestellt worden. Weitere 50 sollen folgen. Möglich wurde das mit einer Änderung des Arbeitsrechts, mit der die Männerdominanz in vielen Berufen in Russland gebrochen werden soll.

Einst Sorge um Gebärfähigkeit

Ursprünglich umfasste die Liste mehr als 400 Jobs, die ausschließlich von Männern ausgeübt werden durften. Beschränkt waren die Berufe meist deshalb, weil man in der Sowjetzeit dachte, die Arbeitsbedingungen hätten möglicherweise negative Auswirkungen auf die Gebärfähigkeit der Frauen. Nun sind es nur noch knapp 100 Berufe. Frauen dürfen demnach künftig auch Boote und große Lastwagen fahren.

Nach Angaben der Moskauer Behörden ist das Steuern von Metro-Zügen nicht mehr mit „körperlicher Anstrengung“ verbunden. Vieles werde heute automatisch abgewickelt, die Züge seien modern - anders als bei der Inbetriebnahme der Metro im Jahr 1935. Unter den insgesamt 62 000 Beschäftigten der Verkehrsbetriebe seien inzwischen 36 Prozent Frauen, teilte das Unternehmen mit.

Feminismus?

Ob die Moskauer Metro mit ihrer neuen Einstellungspolitik auch feministische Ziele verfolgt, darüber kann man streiten. Denn mit Dienstantritt der Fahrerinnen zum Jahresbeginn brachte die Metro eine Barbie in Uniform heraus, mit der Aufschrift: „Du kannst alles erreichen, was Du möchtest“.

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