Gedenken in Berlin: Im Dezember starben in Deutschland um 29,4 Prozent mehr Menschen als sonst im Dezember

© REUTERS/CHRISTIAN MANG

Politik Ausland
02/16/2021

Im Coronajahr schnellten die Todeszahlen in der EU in die Höhe

Allein von März bis November starben gut 450.000 mehr Menschen als im Vergleich zu den vier Jahren zuvor.

von Ulrike Botzenhart

Die Covid-Pandemie ließ die Zahl der Todesfälle in der EU im vergangenen Jahr rapide ansteigen. Wie die am Dienstag von Eurostat veröffentlichten Zahlen von 26 EU-Staaten belegen, starben allein zwischen März und November über 450.000 mehr Menschen als im Durchschnitt der Vergleichsmonate von 2016 bis 2019.

Von Irland fehlen sämtliche Daten, vom Dezember stehen von einigen Staaten die Zahlen aus. Damit gilt vorerst der November als der Monat mit der höchsten Übersterblichkeit.

Harter Winter

Auch in Österreich war das der tödlichste Monat mit einem Anstieg um 47,9 Prozent gegenüber den Vorjahren (siehe Grafik). Im Dezember starben um 38,4 Prozent mehr Menschen als sonst.

Nach Ausbruch der Pandemie in Europa traf es in der ersten Welle gemessen an der Übersterblichkeit Spanien am härtesten (plus 53 Prozent im März, plus 79,4 Prozent im April). Belgien rangierte an trauriger zweiter Stelle im April mit 73,9 Prozent. Auch in Italiens Norden spielten sich Tragödien ab, der Süden blieb weitgehend verschont. Im Landesschnitt ergab das eine Übersterblichkeit von 49,4 Prozent im März und 41,5 Prozent im April.

Sonderfall Schweden

Schweden, dessen Entwicklung von vielen genau beobachtet wird, erlebte den April als schlimmsten Monat (plus 38,3 Prozent). Von Juli bis Oktober starben dann aber sogar weniger Schweden als in den vier Jahren zuvor. Im November, dem letzten Monat, von dem Daten vorliegen, betrug die Übersterblichkeit 10,4 Prozent.

Polen trauriger Rekordhalter

Die zweite Welle im Herbst traf dann andere Teile Europas mit voller Wucht. Trauriger Rekordhalter ist Polen, wo im November fast doppelt so viele Menschen starben als in den Vorjahren (plus 97,2 %), gefolgt von Bulgarien (plus 95,7 %) und Slowenien (plus 91 %).

Unser Nachbarland Deutschland, das im Großen und Ganzen gut durch das erste Corona-Jahr kam, erlitt schwere Verluste ab November. Da schnalzte der Prozentsatz der Übersterblichkeit gegenüber den Vergleichsmonaten der Vorjahre auf 12,3 Prozent. Der im Dezember verhängte landesweite Lockdown, der noch immer anhält, kam für viele Deutsche zu spät. Im Dezember starb fast ein Drittel mehr Menschen als sonst.

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