Wie das Heizen die Gemüter erhitzt – in Deutschland, der Schweiz, bei uns

Wie das Heizen die Gemüter erhitzt – in Deutschland, der Schweiz, bei uns
Das Aus für Öl- und Gasheizungen wird kommen. Nur: Einfach ist die Gesetzeswerdung nicht. Auch nicht bei den Nachbarn. Was wann wo kommt.

Obschon alle Staaten seit Jahren bis Jahrzehnten über Klimaneutralität reden – wenn es um konkrete Maßnahmen und in die "heiße" Phase geht, geht der Streit erst los. So gesehen in Österreich, wo das Erneuerbare-Wärme-Gesetz im Parlament immer noch in den Seilen hängt.

Oder in Deutschland, wo ein radikaler Heizungstausch samt Wärmepumpen-Ersatz die Grundsatzunterschiede der Koalitionspartner offenbarte und beinahe zu einer veritablen Regierungskrise führte.

In der Schweiz mit ihrer direkten Demokratie, in der alles ein bisschen länger dauert, einigte sich die Bevölkerung erst am Sonntag per Referendum mit rund 59 Prozent Zustimmung auf ein Ja zur Wärmewende. Das Referendum war von der Rechtspartei SVP, der stimmenstärksten im Land, erzwungen worden; sie mobilisierte mit Angstszenarien wie der Zerstörung der Landschaft durch Windräder und Solarpaneele – und kalten Duschen. Die Mehrheit der Bevölkerung scheint sich davor aber weniger zu fürchten als vor den Auswirkungen aufs Klima, die der weitere Ausstoß fossiler Energien hat. In den letzten 150 Jahren ist die Durchschnittstemperatur in der Schweiz um fast zwei Grad Celsius gestiegen – doppelt so viel wie im globalen Schnitt.

  • Österreich: Neuer Anlauf für ein Aus für Öl und Gas

Wer in Österreich ein neues Wohnhaus baut, darf keine Ölheizung einbauen. Das ist bisher die einzig gültige Regelung. Eigentlich war geplant, dass ab dem 1. Jänner 2023 auch keine Gasheizungen mehr im Neubau installiert werden dürfen.

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