Glock statt Taser: Wie konnte es zur Verwechslung kommen?

Um Verwechslungen zu vermeiden, sind Taser in der Regel mit Leuchtfarbe markiert
"Heilige Scheiße, ich habe ihn erschossen", rief die US-Polizistin in Minneapolis, nachdem sie bei der versuchten Festnahme eines Schwarzen die falsche Waffe gezogen hatte.

„Taser, Taser, Taser“ (Elektroschockpistole), schrie die 26-jährige Polizeibeamtin Kimberley A. Potter. Dann schoss sie auf den verdächtigen Schwarzen Daunte Wright, 20, – und erkannte sogleich ihren fatalen Fehler: „Heilige Scheiße, ich habe ihn erschossen.“ So geschehen am vergangenen Sonntag in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota, wo derzeit der Prozess gegen den ebenfalls durch einen Polizisten getöteten Schwarzen George Floyd läuft. Seither kommt es zu Protesten.

Untersuchung soll Klarheit bringen

Doch wie kann es zu einer derart schwerwiegenden Verwechslung kommen? Laut einem Polizeisprecher gehört zur Standardausrüstung für Uniformierte eine Glock, und die sei viel schwerer als ein Taser, der noch dazu in den meisten Fällen durch Leuchtfarben markiert ist. Zudem hätten Glock-Pistolen eine Auslösersicherung, Taser nicht. Außerdem würden Polizisten angehalten, die echte Schusswaffe auf der „dominanten“ Seite zu tragen (also in den meisten Fällen rechts), während der Taser auf der anderen Seite im Holster stecken sollte. Die Bodycam von Potter gibt darüber keinen Aufschluss.

Unfall oder Absicht? Eine Untersuchung soll Klarheit bringen.

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