© APA/AFP/GETTY IMAGES/SERGIO FLORES

Politik Ausland
07/27/2020

US-Demonstrant vor tödlichen Schüssen: "Sie lassen uns hier nicht mehr marschieren"

Garrett Foster war mit seiner Freundin auf einer BLM-Demo und wurde dort von einem Autofahrer erschossen.

von Sandra Lumetsberger

Garrett Foster, 28 Jahre, war schon bei vielen Demonstrationen dabei, wenn es gegen Polizeigewalt und für die Rechte von People of Color geht - meist gemeinsam mit seiner Freundin Whitney Mitchell, eine Afroamerikanerin. Auch an diesem Wochenende in der Innenstadt von Austin, Texas. Er schob gerade seine im Rollstuhl sitzende Freundin im Zug der Demonstranten, als jemand aus einem Auto heraus das Feuer eröffnete. So berichtete es seine Mutter, Sheila Foster, gegenüber amerikanischen Medien. Ihr Sohn wurde mehrere Male getroffen und erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Die genauen Hintergründe zur Tat sind unklar. Auf einem Facebook-Livemitschnitt sind etwa 100 Menschen zu sehen, die marschieren und "Fäuste hoch! Wehrt euch!" skandieren. Kurz darauf hört man Schüsse.

Laut Polizei soll es sich bei dem Schützen um einen Autofahrer handeln, der aus seinem Fahrzeug gefeuert hat. Augenzeugen und Medien wie die New York Times berichten, dass er das Auto aggressiv in Richtung der Demonstranten gefahren hat, wo sich auch Garrett Foster mit seiner Freundin befand. Der Fahrer, der flüchtete und Minuten später den Notruf wählte, meldete der Polizei, dass er jemanden erschossen habe, der mit einer Waffe auf ihn zugegangen wäre.

"Sie lassen uns hier nicht mehr auf der Straße marschieren"

In sozialen Medien kursiert ein Video, das Garrett Foster zeigt, der eine AK-47 (Kalaschnikow) umgehängt hat. In Texas ist das offene Tragen einer Feuerwaffe in der Öffentlichkeit erlaubt, warum er selbst eine dabei hatte, erklärte der 28-Jährige vor den tödlichen Schüssen einem Reporter: "Sie lassen uns hier nicht mehr auf der Straße marschieren, also muss ich einige unserer Rechte ausüben", so Foster. Wenn ich das aber gegenüber den Polizisten tue, bin ich tot, fügte er hinzu.

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Nicht nur in Austin kam es an diesem Wochenende zu Gewalt bei Protesten. Auch in Seattle und Portland, Oregon, gab es Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Ihr Unmut richtet sich vor allem gegen US-Präsidenten Donald Trump, der Bundespolizisten in die Städte geschickt hat, was laut Kritikern verfassungswidrig ist. Medienberichten zufolge hätten Sicherheitskräfte des Bundes dabei Tränengas eingesetzt. Und Demonstranten hätten wiederum Feuerwerkskörper auf das Gebäude eines Bundesgerichts geworfen. Zwei Verdächtige, die Schüsse abfeuerten, wurden festgenommen.

Trump und seine Sturmtruppen

Die US-Regierung will weiter hart gegen die Proteste vorgehen. Zusätzliche Maßnahmen würden vermutlich in dieser Woche ergriffen, erklärte der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf dem Trump-Sender Fox News. Er warf zudem der Stadtverwaltung in Portland vor, sie lasse "Anarchisten" gewähren. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, kritisierte hingen den Einsatz der paramilitär-ähnlichen Sicherheitskräfte bei den Protesten: "Trump und seine Sturmtruppen müssen gestoppt werden."

Worte oder Maßnahmen zur Deeskalation finden allerdings auch nach diesem Wochenende niemand. Dass der Tod von Garrett Foster die Stimmung im Land eher weiter aufheizen könnte, zeigen Debatten im Netz. Dort wird der junge Mann von einigen als "linker Kämpfer" beschimpft, der Ärger suchte und ihn gefunden hat. Andere sehen ihn als Opfer, das von seinen Mördern gezielt getötet wurde, oder feiern ihn als Helden, der seine Freundin verteidigte. Manch einer ruft gar auf, sich zu bewaffnen und so gegenüber Faschisten aufzutreten.

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