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Politik Ausland
05/05/2019

Gaza-Eskalation: Türkei fordert Maßnahmen gegen Israel

Nach Beschuss aus dem Gazastreifen und Reaktion des israelischen Militärs will Regierung in Ankara Konsequenzen für Israel.

Die Türkei ruft die internationale Gemeinschaft wegen des Vorgehen Israels im Gazastreifen zum Handeln auf. "Wir verurteilen nachdrücklich die nicht differenzierenden Angriffe Israels im Gazastreifen, die dazu geführt haben, dass viele unschuldige Menschen ihr Leben verloren oder sich verletzt haben", hieß es in einer am Sonntag (Ortszeit) verbreiteten Erklärung des Außenministeriums in Ankara.

"Wir fordern die internationale Gemeinschaft dringend auf, Maßnahmen zu ergreifen." Deren Ziel müsse es sein, die durch "die unverhältnismäßigen Maßnahmen Israels" zugenommenen Spannungen in der Region abzubauen.

An der Grenze zum Gazastreifen war es am Samstag den zweiten Tag in Folge zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Nach Angaben des israelischen Militärs feuerten zunächst militante Palästinenser mehr als 250 Raketen auf israelische Städte und Dörfer. Daraufhin habe die Armee mit Luftangriffen und Panzerschüssen reagiert, bei der auch ein Gebäude getroffen wurde, in der die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu untergebracht ist. Insgesamt soll es nach palästinensischen Angaben vier Tote gegeben haben.

Schuldzuweisungen bei Tod von schwangerer Frau und Kind

Die israelische Armee hat am Sonntag die Tötung einer schwangeren Frau und ihres einjährigen Kindes im Gazastreifen bestritten. Der israelische Militärsprecher Jonathan Conricus sagte, die beiden seien von einer fehlgeleiteten Rakete der im Gazastreifen herrschenden Hamas getötet worden. Diese Einschätzung basiere auf "Geheimdienstinformationen aus verschiedenen Quellen", sagte er.

"Wir sind 100 Prozent sicher, dass es nicht durch Waffen der israelischen Armee war." Es handle sich dennoch um einen "traurigen und tragischen Vorfall". Das Gesundheitsministerium in Gaza hatte mitgeteilt, die 37-Jährige und ihr Kind seien bei israelischen Angriffen östlich der Stadt Gaza ums Leben gekommen.