Politik | Ausland
30.12.2017

Fünf-Sterne-Spitzenkandidat "jung wie Kurz"

Italien wählt im März ein neues Parlament. "Kein Zufall, dass Sebastian Kurz 31 Jahre alt ist", sagt Luigi Di Maio.

Der Spitzenkandidat von Italiens populistischer Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, fühlt sich trotz seiner erst 31 Jahre nicht zu jung für das Regierungsamt in einer der größten Industrienationen. Als Beispiel für junge Politiker an der Macht nannte Di Maio Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

"Das ist nun wirklich in ganz Europa so. Es ist kein Zufall, dass Macron 40 Jahre alt ist und der neue österreichische Kanzler 31. Überall versuchen junge Politiker, die Bedürfnisse ihrer Generation zu vertreten", sagte Di Maio im Interview mit der deutschen Tageszeitung "Die Welt".

"Ich sehe uns als Unikum"

Di Maio sieht seine Gruppierung nicht als populistische Partei: "Man hat uns häufig als Populisten bezeichnet, aber wir sind es nicht. Wir verfolgen politische Ziele, die traditionell der Linken zugeordnet werden, jedoch auch solche mit liberalem Charakter. Die Rechte ist unser prinzipieller politischer Gegner. Ich sehe uns als Unikum. Auf gar keinen Fall möchte ich mit politischen Kräften wie der AfD oder Marine Le Pen gleichgesetzt werden, wir gehen entschieden auf Distanz zu diesen Gruppen. Wir sind es ja, die rechte, xenophobe Strömungen in unserem Land stoppen", sagte der Neapolitaner.

Partei habe nun mehr Erfahrung

Seine Partei habe heute mehr Regierungserfahrung als bei den letzten Parlamentswahlen vor fünf Jahren. "Wir wissen, dass in Italien Änderungen möglich sind, aber nicht von einem Tag auf den anderen. In unserem Programm ist daher jeder Punkt an einen präzisen Zeitplan geknüpft. Wir setzen etwa auf erneuerbare Energien, aber wir wissen, dass eine hundertprozentige Energiewende nicht vor 2050 möglich ist", so Di Maio.