Finden vor Olympia in Paris tatsächlich "soziale Säuberungen" statt?

Finden vor Olympia in Paris tatsächlich "soziale Säuberungen" statt?
Flüchtlingsunterkünfte werden aufgelöst, ihre Bewohner in andere Regionen Frankreichs geschickt: Vereine werfen den französischen Behörden "Säuberungen" im Vorfeld der Olympischen Spiele vor.

Viele waren es nicht, die sich an diesem schwierigen Morgen bereit dazu erklärten, mit den Medien zu reden. Mohamed Sayed gehörte zu den wenigen, die sich äußern wollten, während er mit seinem Hab und Gut in einem großen Koffer das besetzte Haus im Pariser Vorort Vitry-sur-Seine verließ. Drei Jahre hatte er dort gelebt, nun wurde es definitiv von der Polizei geräumt. „Ich bin nicht unbedingt gerne hier, aber wo soll ich hin?“ 

Der Mann aus Eritrea hat einen Flüchtlingsstatus in Frankreich und einen festen Job beim Baukonzern Eiffage. Aber eben keine Wohnung. Und nun auch nicht mehr die behelfsmäßige Bleibe, in der er und rund 400 anderen Flüchtlingen untergekommen waren.

"Menschen in Schwierigkeit außer Sichtweite bringen“

Es handelte sich bis dahin um das größte besetzte Haus Frankreichs, das genau 100 Tage vor Beginn der Olympischen Sommerspiele evakuiert wurde. Die zuständige Präfektur rechtfertigte die Aktion mit der Begründung, das Gebäude befinde sich auf einer künftigen Buslinie, doch linke und grüne Parteien widersprachen.

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