Indien: Weltweit höchste Luftverschmutzung

© APA/AFP/JEWEL SAMAD

Politik Ausland
09/05/2021

Fataler Smog: Luftverschmutzung kostet mehr Lebensjahre als Rauchen und Aids

Neue Studie: Zwei Jahre früher sterben - das ist die Folge in Ländern mit hoher Luftverschmutzung. Am schlimmsten ist es in Indien: Dort verliert man sechs Lebensjahre.

von Ingrid Steiner-Gashi

Milliarden Menschen müssen wegen der hohen Luftverschmutzung in ihren Ländern früher sterben. Das Gift in der Luft ist damit eine höhere Gefahr für die Lebenserwartung als Rauchen oder der Kampf gegen Aids. Zu diesem Fazit kommt der neueste "Air Quality Life Index" im Jahresbericht des US-Energy Policy Institutes (Universität Cghicago):

Im Schnitt kostet die Luftverschmutzung in jenen Staaten, wo sie über dem von der Weltgesundheitsorganisation  (WHO) festgelegten Nivau liegt, 2,2 Lebensjahre.

Mit Abstand am schlimmsten ist die Lage in Indien. Dort stirbt jeder Mensch im Durchschnitt gerechnet 5,9 Jahre früher, weil die Luftqualität so schlecht ist. Die Ursache: Der massive Einsatz fossiler Brennstoffe.

Zwar habe sich die weltweite Luftqualität im Vorjahr während der Lockdowns kurzfristig ein wenig verbessert, heißt es in der Studie weiter. Doch die Effekte seien bereits wieder verpufft. Und riesige Waldbrände sowie Dürren hätten die Lage bereits wieder zusätzlich verschlimmert.

Insgesamt ist die Lage in den asiatischen Mega-Cities besonders fatal. Dabei stricht besonders die indonesische Stadt Bandung hervor. Wer dort lebt, stirbt wegen der Folgen des Smogs um sieben Jahre früher. Kaum besser ist die Situation in der Hauptstadt Jakarta: Dort verkürzt das Gift in der Luft das Leben im Schnitt auch fast um sechs Jahre.

In Zentra- und Westafrika entspricht die verkürzte Lebenserwartung laut Studie etwa den "Folgen von Aids und Malaria".

Und in Lateinamerika leben mehr als 600 Millionen Menschen in Regionen, wo die Luftverschmutzung weit über WHO-Niveau liegt. Im Schnitt verlieren Menschen dort fünf Lebensmonate - allerdings gibt es große regionale Unterschiede: In Perus Hauptstadt Lima stirbt man im Schnitt 4,7 Jahre früher.

Chinas Kehrtwende

Deutlich gebessert hat sich die Situation hingegen in China. Jahrelang hatte das Reich der Mitte die höchste Luftverschmutzung aufgewiesen. Vor acht Jahren wurde die Notbremse gezogen und ztum "Krieg gegen die Verschmutzung" ausgerufen - mit deutlich nachweisbaren Effekten. Die Luftverschmutzung in China wurde seit 2013 um 29 Prozent gesenkt. Diese Bemühungen stellen drei Viertel der weltweiten Senkung der Treibhausgase der vergangenen acht Jahre dar.

Auf Lebensjahre umgemünzt bedeutet das: Chinesen sterben wegen der noch immer hohen Luftverschnutzung im Schnitt um 2,6 Jahre früher.  Doch vor mehr als zehn Jahren hatten sie noch 4,1 Lebensjahre verloren.

Fortschritte gibt es auch aus Europa zu melden. Hier sind Menschen heute im Schnitt einem Viertel weniger Luftverschmutzung ausgesetzt als noch vor zwei Jahrzehnten. In punkto Lebenserwartung bedeutet das laut Studie einen Gewinn von vier Monaten.

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