Amri lenkte einen Lkw in den Weihnachtsmarkt

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Ausland
03/07/2020

Fall Amri: Ex-V-Mann erhebt schwere Vorwürfe gegen Behörden

Ein V-Mann will die Polizei vor dem Anschlag 2016 mehrmals vor dem Attentäter gewarnt haben.

Ein V-Mann, bekannt als "VP01": Die deutsche Polizei schleuste ihn 2015 in eine Islamistenzelle um den Hassprediger Abu Walaa ein. Er ließ Waffenhändler, Dealer und Mörder hochgehen. Was der V-Mann nicht verhindern konnte, war das Attentat im Dezember 2016, als der Attentäter Anis Amri mit auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz mit einem Lkw in die Menschenmasse fuhr. Den hatte der V-Mann im November 2015 kennengelernt. Er behauptet im Spiegel: "Wir hätten ihn stoppen können, aber wir haben es nicht gemacht."

Schuld daran sei nicht er. Vielmehr handle es sich um Behördenversagen. Er habe oft vor Amri gewarnt, allerdings habe niemand auf ihn gehört, meint VP01, der unter dem Decknamen "Murat Cem" agierte.

"Der ist wirklich gefährlich"

V-Mann Cem berichtete den Behörden von Amris Plänen, der Kalaschnikows kaufen und damit einen Anschlag in Deutschland durchführen wollte. Er schlug der Polizei vor, Amri bei einem "überwachten Kauf" zu überführen. "Ich habe denen gesagt: ‚Komm lass uns das machen, lass mich mit dem Amri die Waffen kaufen gehen‘", sagte Cem dem Spiegel. "Aber die wollten das nicht."

Die Berliner Polizei sei informiert gewesen. "Der ist wirklich gefährlich", habe Cem gesagt, drei Monate bevor Amri zwölf Menschen tötete.

Cem selbst lebt heute in einem Zeugenschutzprogramm, bezieht Hartz IV. Er fühlt sich im Stich gelassen, sein Leben sei heute "katastrophal".

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