Europas oberste Seuchenbekämpferin: "Der Winter wird sicher noch schwierig"

Europas oberste Seuchenbekämpferin: "Der Winter wird sicher noch schwierig"
"Lockdowns sind keine Dauerlösung", sagt die Leiterin der EU-Infektionsschutzbehörde. Andrea Ammon im Interview über Impflicht, Omikron und die sicherste Art sich vor Corona zu schützen

Der Höhepunkt der Delta-Welle in Europa ist noch nicht erreicht: In den kommenden zwei Wochen dürften Infektions- und Todeszahlen sowie die Spitals-Einlieferungen der am Coronavirus erkrankten Personen weiter steigen.

Das hält Europas oberste Seuchenbehörde ECDC in ihrem jüngsten, am Freitag veröffentlichten Bericht fest. Für die Lage in Österreich - in Woche zwei des Lockdowns - heißt es: "Hohe Besorgnis".

Die deutsche Epidemiologin Andrea Ammon leitet die in Stockholm angesiedelte Behörde. Im KURIER-Interview warnt sie vor einem möglichen neuerlichen Anstieg der Infektionen nach den Weihnachtsfeiertagen.

KURIER: ECDC hat Omikron als besorgniserregend eingestuft: Es gibt mittlerweile 80 Fälle in Europa. Kann man schon ungefähr abschätzen, als wie gefährlich sich diese neue Variante herausstellen wird?

Andrea Ammon: Der Grund, warum wir diese Variante mit Besorgnis sehen, ist die Tatsache, dass sie von allen Varianten die meisten genetischen Veränderungen hat. Wir schauen darauf, ob die Variante leichter übertragbar ist, ob sie einen schwereren Krankheitsverlauf verursacht oder ob sie die Effektivität der Immunität beeinträchtigt.  Dazu wissen wir immer noch nicht viel mehr als vor einer Woche. Aber diese vielen Veränderungen machen es durchaus möglich, dass Auswirkungen auf die Parameter bestehen. Alle von uns vorgeschlagenen Maßnahmen sind deswegen auf der vorsichtigen Seite.

Kommentare