Veranstaltung der Wirtschaftskammer Österreich in Kooperation miter der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament. Gast: Michel Barnier

© KURIER/Jeff Mangione

EU-Studie
08/19/2013

Österreicher sagen immer lauter Jein zum Euro

Die Währung hat ein Image-Problem. Die Hälfte der Österreicher glaubt, dass der Euro für sie „von Nachteil“ ist.

von Margaretha Kopeinig

Österreicher sind zwar keine EU-Muffel, aber auch keine EU-Enthusiasten. Zu diesem Befund kommt eine neue Studie, die am Montag vom Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, beim Forum Alpbach präsentiert wurde. Demnach finden 52 Prozent der Befragten den EU-Beitritt „richtig“. 2011 fanden dies nur 47 Prozent. 2009 waren es noch satte 66 Prozent. „Wir bewegen uns auf festem Grund“, fasst Leitl die Ergebnisse zusammen. Die Studie wurde für die WKÖ von ecoquest durchgeführt. Einen Austritt aus der EU fordert ein knappes Viertel der Befragten (24 Prozent); 67 Prozent wollen aber in der EU bleiben.

Kritisch sehen die Österreicher die Gemeinschaftswährung, der Euro leidet unter Akzeptanzproblemen. Generell sehen 53 Prozent der Befragten den Euro als „Vorteil für Österreich“, für sich persönlich empfinden freilich nur 41 Prozent Vorteile und 50 Prozent Nachteile. 40 Prozent wollen, dass nur wirtschaftlich starke und finanziell stabile Länder den Euro behalten sollen, 17 Prozent fordern die Rückkehr zur nationalen Währung.

Befragt nach Parteipräferenz ergibt die Studie ein klares Bild: Grüne, gefolgt von ÖVP und SPÖ, sind durchwegs pro-europäisch eingestellt, besonders EU-skeptisch oder EU-ablehnend sind FPÖ-Wähler (siehe Grafik).

Deutlich abgelehnt wird eine gemeinsame Lösung der Schuldenkrise. Die Hälfte der Befragten will nicht, dass Schulden vergemeinschaftet werden. Das heißt, alle Euro-Staaten, auch Österreich, haften für die Schulden anderer Länder, etwa durch Eurobonds oder einen Schuldentilgungsfonds, wie es Europas Sozialdemokraten und auch Ökonomen fordern. 42 Prozent sagen, dass eine gemeinsame Schuldenhaftung nur in Frage komme, wenn diese Länder strenge Auflagen erfüllen.

Sozialpartner stärken

Erfreulich findet WKÖ-Präsident Leitl zwei Botschaften: Die Friedenssicherung der EU ist 81 Prozent der Befragten ein „sehr wichtiges“ Anliegen. Und 69 Prozent wollen, dass die Sozialpartner auf EU-Ebene stärker einbezogen werden und Verantwortung übernehmen. Leitls Wunsch: „Die Friedenssicherung muss in Zukunft auch durch Wohlstandssicherung ergänzt werden.“

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