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Politik Ausland
09/21/2020

Spanien: Erneuter Lockdown für 850.000 Menschen in Madrid

Vor allem Arbeiterviertel in Spaniens Hauptstadt sind von Corona-Pandemie betroffen. Dort leben viele Menschen auf engem Raum.

42.000 neue Corona-Fälle in den vergangenen 14 Tagen, und das allein in der Autonomen Region Madrid. Dort zieht man jetzt die Notbremse: Einzelnen Vierteln der Hauptstadt und umliegenden Gemeinden, die am stärksten betroffen sind, wurde eine Ausgangssperre auferlegt. Diese Gebiete befinden sich vor allem im Süden von Madrid.

Es handelt sich um Arbeiterviertel, mit hoher Bevölkerungsdichte. Die Wohnungen sind klein, oft wohnen mehrere Generationen in einem Haushalt. Parks und Spielplätze sind nun geschlossen. Die Nutzfläche der Lokale ist auf 50 Prozent reduziert, und um 22 Uhr ist Sperrstunde.

Mehr als 850.000 Menschen dürfen in den kommenden zwei Wochen ihren Bezirk nur verlassen, um Kranke zu pflegen, zum Arzt zu gehen, in die Schule oder in die Arbeit. Ab Mittwoch werden in den betroffenen Zonen 200 Polizisten an 60 Kontrollstellen nicht nur auf diese Einschränkungen hinweisen, sondern auch Strafen verteilen.

Vor dem Kollaps

Am vergangenen Sonntag haben die Menschen deshalb protestiert. Gegen die Ungleichheit und für eine bessere Finanzierung der Infrastruktur und des Gesundheitssystems. „Wir brauchen Ärzte, nicht Polizisten“, hieß es. Schon in der vergangenen Woche hatte eine von vielen Ärztinnen auf Twitter geklagt, dass sie bis zu 140 Termine pro Tag habe.

Die Gesundheitszentren in Madrid sind wieder kurz vor dem Kollaps. Die Überlegung steht im Raum, das Notlazarett auf dem Madrider Messegelände wieder zu öffnen, in dem es im Frühjahr 5.500 Betten für Covid-19 Patienten gab.

Wirtschaftsabsturz

Zudem hat sich in Spanien die Gesundheitskrise massiv auf die Wirtschaft ausgewirkt. Um 18,5 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal gesunken. Die Gastronomie und der Tourismus sind besonders stark betroffen. Überall kämpfen Unternehmen ums Überleben.

Und es herrscht in Madrid überall – auch im Freien – Maskenpflicht (außer für Kinder unter sechs Jahren). Wer dagegen verstößt, kann mit 100 Euro Strafe belangt werden. Deshalb umarmen sich Madrilenen nun mit Maske und küssen sich so.

Rauchverbot

Seit diesem Montag dürfen in der ganzen Region zudem nur noch Treffen mit bis zu sechs Personen stattfinden. Ferner ist das Rauchen verboten, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

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