epa02771863 (FILE) An Ausaf newspaper photograph dated 08 November 2001 shows Saudi-dissident Osama bin Laden's deputy Ayman al-Zawahiri at his hide out at an undisclosed location in Afghanistan. The United States will regret its killing of Osama bin Laden, al-Qaeda deputy Ayman al-Zawahiri said in a video that surfaced on the internet 07 June 2011. In his first statement since bin Laden was killed on 02 May, al-Zawahiri said, 'Now you rejoice over the martyrdom of Sheikh Osama bin Laden, the holy warrior, but also you will regret it.' In the nearly 30-minute video, he said Washington was happy about the death of Saddam Hussein, but that Iraq then fell into the hands of mujahideen, or holy warriors. It is not clear if he is now the leader of al-Qaeda. EPA/AUSAF NEWSPAPER / HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

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Kairo
08/03/2013

El Kaida: Lobby gegen Demokratie

In Ägypten schaltet sich die Terrororganisation in den Konflikt ein.

Die Auseinandersetzungen in Ägypten - ein Konflikt zwischen Muslimbruderschaft, Anhängern des Militärs und Unabhängigen - zersetzt immer mehr die Gesellschaft. Die Kluft reicht bis in die Familien hinein. Nun hat sich auch die Extremistenorganisation El Kaida eingeschaltet: Per Internetbotschaft forderte sie die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi auf, für die Einsetzung der Scharia zu kämpfen. In einer am Samstag auf mehreren radikal-islamischen Webseiten veröffentlichten Aufnahme drängte El Kaida-Chef Ayman al-Zawahiri die Muslimbrüder und andere Anhänger Mursis, sich von der Demokratie abzuwenden und für eine Regierung auf Grundlage des islamischen Rechts einzusetzen.

Die Legitimität liege nicht in Wahlen und Demokratie, sondern in der Scharia. Was in Ägypten geschehen sei, sei der beste Beweis, dass Demokratie als Weg zur islamischen Herrschaft nicht tauge, hieß es weiter. Zawahiri ist selbst Ägypter.

Den USA warf Zawahiri ein Komplott gegen die Regierung vor. Das Weiße Haus habe mit dem ägyptischen Militär, Säkularen und Christen gemeinsame Sache gegen Mursi gemacht. "Kreuzfahrer und Säkulare und die amerikanisierte (ägyptische) Armee haben sich zusammengeschlossen (...) mit Geld vom Golf und amerikanischer Planung, um Mursis Regierung zu stürzen", heißt es in der Botschaft mit Bezug auf den 3. Juli, dem Tag der Entmachtung Mursis durch die ägyptische Armee. Den koptischen Christen wirft der Al-Kaida-Chef vor, den Umsturz unterstützt zu haben, um einen Koptenstaat im Süden Ägyptens zu errichten.

Relativierung

Am Donnerstag hatten die USA die Absetzung von Mursi als Wiederherstellung der Demokratie gerechtfertigt und sich damit den Zorn der Muslimbrüder zugezogen. US-Außenminister John Kerry hatte in einem Interview gesagt, die Armee sei beim Vorgehen gegen die Islamisten-Regierung von Millionen zum Eingreifen aufgefordert worden und habe "die Demokratie wiederhergestellt". Nun ist er um Klarstellung bemüht. "Alle beteiligten Parteien sind dafür verantwortlich, gemeinsam auf eine friedliche Lösung hinzuarbeiten", sagte der Chefdiplomat laut einer Mitteilung vom Freitag. "Das letzte, was wir wollen, ist mehr Gewalt."

Auch am Wochenende blieb die Lage in Ägypten gespannt. Am Freitag war es in Kairo wieder zu Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Muslimbrüdern und der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Amnesty International hat eine Untersuchung von Folter-Vorwürfen gegen Anhänger Mursis gefordert. Es gebe Hinweise, darunter Zeugenaussagen von Überlebenden, dass Anhänger Mursis Mitglieder des rivalisierenden politischen Lagers gefoltert hätten, erklärte die Organisation am Freitag.

Mursi-Anhänger campieren seit Wochen an zwei Orten in Kairo. Bei gewaltsamen Protesten wurden seither mehr als 250 Menschen getötet. Die Islamisten riefen für diesen Sonntag wieder zu einer "Demonstration der Millionen" auf.

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