Politik | Ausland
13.07.2017

Video: Trump-Pop in Russland - mit politischen Untertönen

Ein Video mit politischer Sprengkraft. Wie sich Trumps Russland-Beziehungen auch musikalisch bemerkbar machten

Soll noch einer sagen, die langjährigen Beziehungen des heutigen US-Präsidenten nach Russland dienten ausschließlich geschäftlichen Zwecken. Nein, der Immobilientycoon hinterließ auch bemerkenswerte Spuren im russischen Musikbusiness - und diese Spuren sind heute ganz plötzlich wieder aktuell. Denn der der russisch-aserbaidschanische Popstar Emin Agalarow, in dessen Video aus dem Jahr 2014 Trump einen bemerkenswerten Auftritt hinlegt, hat einen Musikmanager.

Der nennt sich Rob Goldstone und kümmert sich nicht nur um russische Musiker, sondern auch um ganz politische Anliegen aus dem Kreml. Goldstone war es nämlich, der das Treffen zwischen Donald Trump junior und der russischen Anwältin und mutmaßlichen Putin-Vertrauten Natalia Veselnitskaya im Sommer 2016 einfädelte. Die hatte ja dem Trump-Sohn "Dreck" über Hillary Clinton, Trumps damalige Gegenkandidatin angeboten. Und dieses Angebot versetzte den Trump-Sprößling in solches Entzücken, dass dieses Entzücken gleich schriftlich dokumentierte. "Ich liebe es" schrieb er in ein E-Mail, das derzeit für den jüngste und wahrscheinlich größten Skandal in Trumps Russland-Affäre sorgt. Schließlich ist es der erste Beleg, wie bereitwillig die Trump-Familie sich in eine Klüngelei mit dem Kreml einließ. Das die Anwältin letztlich nichts zu bieten hatte, macht die Sache nicht unbedingt zur Lächerlichkeit, obwohl das die Trump-Familie derzeit schützend vor sich herträgt.

Das Video jedenfalls, mit dem Trump dem Schützling Goldstones einen Gefallen erweisen wollte, führt noch zu einer weiteren schmutzigen politischen Spur. Der Popstar Emin Agalarow hat nämlich auch einen Vater, und der ist russischer Oligarch mit besten Geschäftsbeziehungen zum Trump-Imperium. Auch wenn aus dem mutmaßlich größten gemeinsamen Projekt nichts wurde: Ein Trump-Tower in Moskau.