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Nach Evakuierung: Trump wettert und warnt vor Übernahme durch „Kommunisten“

Trump hatte schon zuvor vor einer angeblichen „kommunistischen Bedrohung“ gewarnt. Seine Rede verspätete sich.
Donald Trump spricht vor einem Rednerpult mit dem Siegel des Präsidenten der Vereinigten Staaten vor US-Flaggen.

Zusammenfassung

  • Trump warnte bei den wegen Gewitters verspäteten Feiern zum 250-jährigen Bestehen der USA in Washington erneut vor einer angeblich drohenden Übernahme des Landes durch „Kommunisten“.
  • Die National Mall musste wegen Gewitters zwischenzeitlich evakuiert werden; Lee Greenwood sang „God bless the USA“, und eine Flugschau sowie ein großes Feuerwerk waren Teil des Programms.
  • Die oppositionellen Demokraten kritisierten Trump wegen parteipolitischer Instrumentalisierung der Feier, während ein Aufmarsch der extremistischen „Patriot Front“ die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft sichtbar machte.

In seiner wegen Gewitters verspäteten Rede zum 250-jährigen Bestehen der USA hat Präsident Donald Trump vor einer angeblich drohenden Übernahme des Landes durch „Kommunisten“ gewarnt. Das Land feiere am 4. Juli „den Triumph der Freiheit über die Tyrannei“, sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) in Washington. Die Amerikaner würden sich die Freiheit nicht nehmen lassen. „Wir wollen keine Kommunisten in unserem Land“, fügte er hinzu.

Trump sprach vor Tausenden jubelnden Anhängern, die, wie schon bei seinen Wahlkampfauftritten, „USA, USA“ skandierten. Trump hatte bereits am Vorabend in einer Rede am Nationaldenkmal Mount Rushmore vor einer angeblichen „kommunistischen Bedrohung“ in den USA gewarnt. Er spielte damit auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter Demokraten-Politiker an.

Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, die 250-Jahr-Feiern für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen und das Land damit weiter zu spalten. In knapp vier Monaten finden die wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress statt.

Donald Trump spricht vor einem Rednerpult mit dem Siegel des US-Präsidenten vor zwei US-Flaggen.

„Gewitter bringen Glück“

Die Rede des Präsidenten hatte sich durch ein Gewitter und starken Wind um gut eine Stunde verzögert. „Gewitter bringen Glück“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. „Sie machen Veranstaltungen auch ein bisschen aufregender.“ Die mit Zäunen abgesperrte Nationalpromenade (National Mall) im Zentrum der Hauptstadt musste zeitweise evakuiert werden.

Vor Trumps Rede hatte der Sänger Lee Greenwood seinen Hit „God bless the USA“ zum Besten gegeben. Vor dem Gewitter hatte es eine Flugschau unter anderem mit Kampfjets gegeben, die abgekürzt werden musste. An die Rede sollte sich nach Trumps Worten das „größte Feuerwerk der Welt“ mit 850.000 Böllern anschließen.

US-Gesellschaft tief gespalten

Die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft im Jubiläumsjahr machte auch ein Aufmarsch vermummter weißer Männer in der Nähe des Kapitols sichtbar. Sie trugen Baseballkappen mit Abzeichen der extremistischen Gruppe „Patriot Front“, die von der Überlegenheit Weißer überzeugt ist, und riefen „Reclaim America!“ (Erobert Amerika zurück). Einige von ihnen schwenkten Konföderiertenflaggen - die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt.

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