Politik | Ausland
23.03.2017

Birmingham, Brutstätte des islamistischen Terrors

Großbritanniens zweitgrößte Stadt kämpft gegen die wachsende Radikalisierung in den Ghettos.

Es ist kein Zufall, dass die Jagd nach dem Attentäter von London die britische Polizei als erstes nach Birmingham geführt hat. In Großbritanniens zweitgrößter Stadt ist jeder vierte der 1,1 Millionen Bürger Muslim. Die Mehrheit von ihnen drängt sich in heruntergewirtschafteten Vierteln im Süden der Stadt wie Sparkbrook oder Washwood Heath. Hier herrschen Arbeitslosenraten um die 30 Prozent. Radikale islamische Prediger finden hier bei vielen Jugendlichen ein offenes Ohr. Manche dieser Prediger treten in den muslimischen Ghettos sogar auf offener Straße auf , oder attackieren Frauen, wenn sie sich nicht den Bekleidungsvorschriften der Islamisten fügen.

Selbst muslimische Lokalpolitiker geben offen zu, dass die Radikalisierung immer verheerendere Folgen hat. Fast 1000 Jugendliche sind in den vergangenen Jahren nach Schätzungen der Polizei alleine aus Birmingham für den IS in Syrien und im Irak in den Krieg gezogen.

Nicht nur in vielen Moscheen geben Islamisten den Ton an. Auch Schulen in den muslimischen Vierteln, wo oft 80 Prozent der Schüler Moslems sind, werden von ihnen unterwandert. Erst vor drei Jahren deckte die Polizei umfassende Pläne von islamistischen Gruppen auf, radikale Lehren an solchen Schulen durchzusetzen, und Lehrer, die sich dem nicht fügten, wurden bedroht und unter Druck gesetzt.

Örtliche Sozialeinrichtungen haben nicht nur mit der Radikalisierung der Jugendlichen zu kämpfen, sondern auch mit allen anderen Phänomen eines wachsenden muslimischen Radikalismus. So ist unter den Muslimen aus Ostafrika die Beschneidung von Frauen weiterhin verbreitet. Sie werden oft im Teenageralter in die alte Heimat geschickt, um dort die grausame Operation durchzuführen. Bei Familien aus Pakistan oder Bangladesch ist Zwangsverheiratung von Mädchen Alltag.