Einer der Verdächtigen in Karlsruhe

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Deutschland
06/03/2016

Plante IS-Terrorzelle Anschlag mit 10 Attentätern?

Laut Medienbericht hätte die Düsseldorfer Altstadt Ziel eines größeren Anschlags werden sollen.

Die IS-Terrorzelle, die in Deutschland ausgehoben wurde, ist offensichtlich größer als gedacht.

Laut Bericht des Magazins Spiegel soll ein Anschlag mit 10 Attentätern geplant gewesen sein. Bisher war bekannt, dass vier junge Syrer, die über die Balkanroute nach Deutschland gekommen sind, einen Anschlag verüben hätten sollen. Das Ziel: Die Altstadt von Düsseldorf.

Drei der mutmaßlichen Terroristen wurden in Deutschland verhaftet, der vierte sitzt bereits in Frankreich in Haft. Von diesem kam auch die Information, dass zusätzliche IS-Terroristen zur Zelle in Deutschland stoßen sollten. Der Anschlag selbst hätte mit Selbstmordattentätern und Angriffen mittels Maschinenpistolen erfolgen sollen.

Neue Details

Am Freitag wurden auch neue Details zu den Verdächtigen bekannt. Behörden bestätigten, alle drei lebten als Flüchtlinge getarnt in Unterkünften für Asylbewerber.

Abd Arahman A. (31) wurde in einer solchen Unterkunft in Leimen (Baden-Württemberg) gefasst, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Mahood B. (25) wurde nach Angaben eines Stadtsprechers von einer SEK-Einheit in der Innenstadt von Mülheim/Ruhr (NRW) verhaftet.

Die Beamten hätten zunächst zwei Personen abgeführt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf die Bundesanwaltschaft. Bereits am Donnerstag war bestätigt worden, dass Hamza C. (28) in einem Asylbewerberheim im brandenburgischen Bliesdorf festgenommen wurde.

Mittlerweile hat ein Bundesrichter auch für den dritten Terrorverdächtigen von Düsseldorf Untersuchungshaft angeordnet. Das sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf Anfrage in Karlsruhe. Der 28 Jahre alte Mann war in einem Flüchtlingsheim im brandenburgischen Bliesdorf festgenommen worden.

In Frankreich gestellt

Auch der in Paris inhaftierte und geständige Terrorverdächtige Saleh A. (25) lebte zeitweise in einem Flüchtlingsheim im niederrheinischen Kaarst (NRW). Der Mann sei seit 16. Oktober 2013 in dem Heim im Stadtteil Vorst gemeldet, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag und bestätigte Informationen der „Rheinischen Post“. Saleh A. hatte sich den französischen Behörden am 1. Februar gestellt und von den Terrorplänen erzählt. Deutschland bemüht sich um seine Auslieferung.

Das Bundesinnenministerium erklärte, für eine grundsätzliche Bewertung des Falles und erst recht für Schlussfolgerungen sei es zu früh. Das gelte auch für die Frage, was für ein terroristisches Gefährdungspotenzial möglicherweise von einzelnen Flüchtlingen ausgehen könnte, sagte ein Sprecher in Berlin.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warnte davor, Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. Es sei ganz offensichtlich die Strategie des IS, Flüchtlinge in Misskredit zu bringen und Ängste vor ihnen zu schüren, indem man eigene Leute als Asylbewerber nach Europa einschleuse, sagte Wendt der dpa.

Unterdessen gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass sich weitere potenzielle islamistische Terroristen in Deutschland befinden. Anfang April hatte das Bundeskriminalamt die Zahl der islamistischen „Gefährder“ auf rund 480 beziffert, die Hälfte davon halte sich derzeit im Ausland auf. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte im RBB dazu, von weiteren mutmaßlichen IS-Terroristen in seinem Bundesland „muss man ausgehen“.

Die Behörden warnen seit längerem vor Anschlägen des IS in Deutschland.

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