Die wilde Elefantenherde hat in China alle Rechte: Was sie bewogen hat, zu wandern, weiß niemand

© VIA REUTERS/CHINA DAILY

Politik Ausland
06/20/2021

Der lange Marsch der chinesischen Elefantenherde

Das chinesische Fernsehen berichtet live. Wissenschafter neraten, was zu tun ist, doch sie wollen die Tiere nicht betäuben

von Susanne Bobek

Niemand weiß, was die wilde Elefantenherde so aufgeschreckt hat, dass sie vor einem halben Jahr das Mengyang-Naturreservat im Süden Chinas verlassen hat. Seither sind die 15 Asiatischen Elefanten mehr als 500 Kilometer weit gewandert, haben auf ihrem Weg Felder verwüstet und Dörfer in Aufruhr versetzt, bis sie schließlich Anfang Juni in die Außenbezirke der Provinzhauptstadt Kunming mit fast sieben Millionen Einwohnern vorgedrungen sind.

Das staatliche chinesische Fernsehen berichtet jeden Tag live, die aus 15 asiatischen Elefanten bestehende Herde ist zu einem Medienspektakel geworden. Mit Drohnen werden die geschützten Tiere verfolgt. Außer Straßensperren legt ihnen niemand Hindernisse in den Weg. Die Elefanten haben derzeit mehr rechte als jeder einfache Chinese.

Zwar hat die Regierung versprochen, alle Bauern zu entschädigen, doch der Hunger der Tiere ist immens. Deshalb bringen nun Lastwagen und Autos der Müllabfuhr tonnenweise Mais und Zuckerrohr in die Nähe der Herde. Die Tiere scheinen mittlerweile ordentlich gestresst zu sein. Denn ein zehnjähriges Elefantenmännchen hat sich von der Gruppe absentiert und wird von den Muttertieren flehentlich gerufen, doch endlich zu kommen.

Über die Gründe der Wanderung der Herde gibt es mittlerweile viele Theorien. Eine lautet, dass der Lebensraum der Tiere im Nationalpark zu beschränkt gewesen sei. Die Zahl der wild lebenden asiatischen Elefanten in China ist zwischen 2006 und 2018 aufgrund des wirksamen Vorgehens gegen Wilderer von 170 auf knapp 300 gewachsen. Zugleich ist ihr Habitat um rund 40 Prozent geschrumpft.

Was tun? Wissenschafter beraten, wie man die Tiere wieder in sicheres Gebiet locken könnte. Die Idee, die Tiere für den Transport zu betäuben, wurde wieder verworfen.

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