Sechs Stunden wanderten die Elefanten durch die Stadt Eshan

© via REUTERS/ESHAN COUNTY FANG YUAN CAR CARE

Chronik Welt
06/04/2021

Wilde Elefanten wandern durch Südchina und keiner weiß, warum

Wissenmschafter haben keine Erklärung. Aber es ist in China verboten, eine Elefantenherde "zu umkreisen" oder "anzustarren".

von Susanne Bobek

Im Süden Chinas sorgt eine Herde wilder Elefanten für eine Art Ausnahmezustand. Die 15 Tiere wandern durch teils dicht besiedelte Gegenden auf die Sechsmillionenstadt Kunming zu. Die Behörden sind ratlos, denn so etwas gab es noch nie. Und da Elefanten unter strengem Schutz stehen, darf man sie auch nicht betäuben oder in ein Reservat geleiten.

Auf der Suche nach Nahrung haben die Tiere in den vergangenen Wochen Felder und Obstplantagen verwüstet. Die Behörden riefen die Menschen auf, kein Getreide oder andere Nahrung in Hinterhöfen zu lassen. Für den Schaden wolle man zwar aufkommen, aber eher müssen die Menschen den Elefanten  weichen als umgekehrt.

Elefanten sind unantastbar

Die Polizei und andere Behörden versuchen, die Elefanten aufzuhalten, bisher aber vergeblich. In China ist es verboten, wilde Elefanten „zu umkreisen oder anzustarren“ oder sie mit Feuerwerkskörpern oder anderweitig zu stören. Elefanten sind hier so heilig wie in Indien die Kühe. Dabei stecken die  Tiere ihre Rüssel durch Fenster: Ein alter Herr hattze dabei soviel Angst, dass er sich unter dem Bett verkroch, berichtete ein TV-Sendert.

Die Provinz Yunnan grenzt an Myanmar, Laos und Vietnam, und es kommt immer wieder vor, dass wilde Elefanten dort Felder oder auch mal Dörfer durchqueren. Warum die Tiere in diesem Fall Hunderte Kilometer nach Norden gewandert sind, kann sich bisher niemand erklären. Sechs Stunden wanderten sie bereits durch die Stadt Eshan, immerhin eine Stadt mit 145.000 Einwohnern. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, zu Hause bleiben.

Kein typisches Verhalten

Wissenschafter sind ratlos. So auch Shen Qingzhong, der für einen staatlichen Naturschutzpark arbeitet, in dem wilde Elefanten leben. Im staatlichen Fernsehsender CCTV sagte er: „Normalerweise halten sich asiatische Elefanten am liebsten in leicht bewaldeten Gebieten auf, wo es niedrig wachsende Bäume gibt. Dort finden sie genügend Nahrung. So etwas wie jetzt passiert zum ersten Mal. Das gab’s wirklich noch nie. Wir fragen uns also alle, was dahintersteckt. Wir müssen das noch untersuchen.“ Möglicherweise ist der Elefantenbulle, der die Herde anführt, noch sehr unerfahren.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.