epa03625654 The son of former German Chancellor Kohl, Walter Kohl, gives an interview in the Europe Park in Rust, Germany, 13 March 2013. Kohl is working on his second book that is scheduled for publication in June 2013. EPA/PATRICK SEEGER

© APA/PATRICK SEEGER

Deutschland

Kohl-Sohn über das „Politunternehmen“

Walter Kohl hat seine Familiengeschichte verarbeitet - „gar nicht peinlich“.

05/30/2013, 08:00 AM

Vater stand auf der Bühne, Mutter agierte als Managerin im Hintergrund, von Peter und mir wurde erwartet, dass wir keinerlei Störungen verursachten“, schreibt Walter Kohl, der Sohn des deutschen Langzeitkanzlers, in seinem zweiten Buch über seine schwierige Kindheit. Unter dem Titel „Leben, was du fühlst“ werden die Erinnerungen zu einer Art Ratgeber verarbeitet. Denn Kohl, der keinen Kontakt mehr zum Vater und seiner neuen Frau Maike Kohl-Richter hat, glaubt, dass sich Versöhnung erlernen lässt.

Als Walter Kohl zwölf Jahre alt war, also zu der Zeit in den 1970er-Jahren, als die RAF hochaktiv war, teilte ihm ein hoher Polizeibeamter mit: Falls Terroristen ihn entführen sollten, würde der Staat ihn nicht austauschen. Eine Auskunft, die das Kind noch als Mann verfolgte: „Es hat fast 25 Jahre gedauert, bis ich den unbewussten Glaubenssatz ,Ich bin nichts wert‘ als mein eigentliches und tiefstes Problem erfassen konnte“.

Der Sohn von Kohl, Walter Kohl, 49, hat eine „ziemlich souveräne Leistung“ hingelegt, findet die Süddeutsche Zeitung. Sein Buch wird als lesenswert und gar nicht peinlich empfunden. Als Empfehlung für alle, die einen Rucksack mit sich herumschleppen und ihn endlich loswerden wollen.

Kohl beschreibt zum Beispiel, wie er als Pubertierender Freunde zu sich in den Garten eingeladen hat. Sie hatten Spaß, bedienten sich im Weinkeller des Vaters und einer hatte eine Grillschale mitgebracht. Als die Mutter, früher als erwartet, nach Hause kam, überkam ihn „menschgewordene Naturgewalt“. Hysterisch und schrill brüllte Hannelore Kohl: „Kein Feuer in meinem Haus – niemals.“ Hannelore Kohl hatte eben die Bombardierung von Leipzig im Kopf. Im Nachhinein sei ihre Reaktion verständlich, ihr Sohn wäre damals am liebsten im Boden versunken.

Wir würden hier gerne ein Login zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Liebe Community,

Mit unserer neuen Kommentarfunktion können Sie jetzt an jeder Stelle im Artikel direkt posten. Klicken Sie dazu einfach auf das Sprechblasen-Symbol rechts unten auf Ihrem Screen. Oder klicken Sie hier, um die Kommentar-Sektion zu öffnen.

Kohl-Sohn über das „Politunternehmen“ | kurier.atMotor.atKurier.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat