epa03806467 Italian Prime Minister Enrico Letta addresses the media during a joint press conference with his Greek counterpart Antonis Samaras, following their meeting at the Prime Minister's office in Athens, Greece, 29 July 2013. Letta is in Greece on a two-day working visit. EPA/SIMELA PANTZARTZI

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Europa von innen
08/16/2013

Der Kanzler macht dem Außenminister Konkurrenz

Europa bleibt im deutschen Wahlkampf nahezu unsichtbar. In Österreich ist das anders. Kanzler Faymann will auch mit EU-Themen punkten.

von Margaretha Kopeinig

Nicht ausreichend gegen die anhaltende Schuldenkrise und die gefährlich hohe Jugendarbeitslosigkeit in manchen EU-Staaten aufzutreten, werfen deutsche Kommentatoren Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Finanzminister Wolfgang Schäuble vor.

Kanzler Werner Faymann geht im Wahlkampf einen anderen Weg und greift Europa-Themen offensiv auf. Kommende Woche will er bei Treffen mit sozialdemokratischen EU-Partnern gerade darüber reden.

Letta schaut von Österreich ab

Am 21. August kommt Italiens Ministerpräsident Enrico Letta nach Wien. Wie der KURIER in Rom erfuhr, will Letta sich einiges von Österreichs Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik abschauen.

Konkret will Italien schon ab kommendem Jahr die Ausbildungsgarantie für Jugendliche einführen, etwas, das in Österreich seit Jahren erfolgreich praktiziert wird: Nach Abschluss der Pflichtschule haben Jugendliche eine Garantie auf einen Ausbildungsplatz. Wenn sie keine Lehrstelle in einem Betrieb finden, bekommen sie eine Ausbildung in einer überbetrieblichen und staatlich finanzierten Lehrwerkstätte. Die Jugendarbeitslosigkeit in Italien liegt nach neuesten Zahlen von Eurostat bei 39,1 Prozent. Österreich hat nach Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU.

Nach dem Letta-Besuch lädt Faymann die slowenische Ministerpräsidentin Alenka Bratušek und den kroatischen Premier Zoran Milanović am Freitag, den 23. August, zu einem gemeinsamen Gespräch nach Graz ein. Mit den beiden Amtskollegen will der Bundeskanzler eine engere regionale Zusammenarbeit und eine regelmäßige Koordinierung vor Europäischen Räten in Brüssel ins Auge fassen.

Kroatien: Problem Jugendarbeitslosigkeit

Kroatien braucht auch dringend die Unterstützung im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit, die nach Griechenland (58,7 Prozent) und Spanien (56,1 Prozent) bei 55,6 Prozent liegt. Das Vertrauen der kroatischen Bürger in die EU und in die eigene Regierung ist nach dem Beitritt am 1. Juli deutlich gestiegen, sagen kroatische Meinungsforscher. Der Premier will die Gunst der Stunde nützen und nach dem Vorbild Österreichs den Jungen Jobs und Perspektiven im Land bieten.

Diskutieren wollen Faymann, Bratušek und Milanović auch über die künftigen großen Themen der EU: Mehr Finanzmarktregulierung und die Partnerschaft mit Nachbarländern im Osten und Südosten. Dazu wird es im Spätherbst einen EU-Sondergipfel geben. Slowenien und Kroatien wollen die Integration ihrer Nachbarn am Balkan rasch vorantreiben, um Sicherheit und Stabilität in der Region zu fördern.

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