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Politik Ausland
01/03/2021

Das weltgrößte Freihandelsabkommen lässt Europa und USA außen vor

2,2 Milliarden Menschen umfasst das RCEP, das Europa und die USA ausschließt.

Sieben Jahre hatte es gedauert, vergangene Woche wurde es Realität: das Investitionsabkommen zwischen der EU und China.

Europäische Unternehmen sollen künftig einfacher in der Volksrepublik investieren können und so besseren Zugang zu dem riesigen Markt mit 1,4 Milliarden Menschen bekommen. Der Vertrag, der erst 2022 greifen dürfte, soll für fairen Wettbewerb und Rechtssicherheit sorgen und neue Geschäfte ermöglichen.

Für die Europäische Union ist es der bislang umfassendste Versuch, das wirtschaftliche Verhältnis mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt neu aufzustellen.

Für China ist das Abkommen in erster Linie ein wirtschaftspolitischer Erfolg – es bindet den wirtschaftlichen Riesen EU enger an sich. Doch die Volksrepublik konnte mit seiner „regionalen, umfassenden Wirtschaftspartnerschaft“ RCEP Mitte November ein noch größeres Kapitel abschließen: 2,2 Milliarden Menschen, 15 asiatisch-pazifische Staaten und rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung umfasst die größte Freihandelszone der Welt. Im Zentrum steht die Senkung der Zölle. Das macht den Handel der Staaten untereinander leichter und günstiger. Insgesamt sollen die Zölle für fast 90 Prozent der Güter fallen, die die Staaten untereinander austauschen.

Davon profitieren auch Konzerne, die Teile ihrer Produkte in verschiedenen Ländern der Freihandelszone herstellen lassen. Darüber hinaus umfasst das Abkommen Regeln für 20 weitere Bereiche wie Dienstleistungen, Investitionen, Onlinehandel, Telekommunikation und Urheberrechte.

Gerade vor dem Hintergrund des laufenden Handelskrieges mit den USA ist der Freihandelspakt ein großer Erfolg für die kommunistische Führung in Peking. Die RCEP-Staaten standen vor der Corona-Krise für 29 Prozent des weltweiten Handelsvolumens – etwas weniger als die EU mit 33 Prozent.

Der Anteil der RCEP-Gemeinschaft dürfte jetzt allerdings steigen, wie Experten erwarten. Denn während die Wirtschaft in Europa weiterhin unter den Folgen der Pandemie leidet, wächst sie in China schon wieder kräftig.

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