Politik Ausland
03/30/2020

Coronakrise: Satellitenbilder zeigen geringere Luftverschmutzung

Die europäische Raumfahrtsagentur ESA demonstriert, wie die Treibhausgasbelastung in den vergangenen zwei Wochen extrem gesunken ist.

von Ingrid Steiner-Gashi, Peter Temel

In den meisten europäischen Großstädten herrscht aufgrund der Corona-Pandemie fast Stillstand. Seit rund zwei wenigen Wochen gelten weitestgehend Ausgangseinschränkungen.

Weil die Wirtschaft fast zum Erliegen gekommen ist und die Menschen sich nicht mehr frei bewegen dürfen, sinkt die Luftverschmutzung in großen Teilen Europa mehr und mehr. Das belegen die Wissenschaftler der Europäischen Weltraumagentur ESA mithilfe des Copernicus-Satelliten "Sentinel-5P". Ein deutlicher Rückgang der "Stickstoffdioxid-Konzentration" wurde seit Beginn der Ausgangssperren vor zwei Wochen festgestellt.

Dies ist vor allem in den Metropolen Paris, Madrid und Mailand deutlich zu sehen.

In den Städten fahren weniger Autos,  es wird weniger zum Arbeitsplatz gependelt, Urlaubs- und Flugreisen gibt es kaum noch - sie alle sind Quellen für Luftschadstoffe.

Was die Satellitenaufnahmen zeigen: Etwa die Atmosphäre über Norditalien im Jänner - tiefgelbe-dunkelrote Farbtöne signalisieren hohe Messwerte bei den Luftschadstoffen. Im März sind es dann nur noch blassgelbe Einfärbungen. Sie signalisieren: Der Schadstoffgehalt ist gesunken, vor allem bei den Stickstoffdioxid-Emissionen. Dieser Zeitraum fällt genau mit den Einschränkungen gegen die Corona-Ausbreitung zusammen.

Zusätzliche neue Daten, die den Rückgang der Luftverschmutzung belegen, liefert die Europäische Umweltagentur (EUA): Demnach sank in Mailand etwa sank die Stickstoffbelastung in den vergangenen vier Wochen im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent. In besonders schwer von der Pandemie betroffenen Bergamo, wo praktisch alles geschlossen wurde, betrug der Rückgang 47 Prozent, in Rom mindestens 26 Prozent.

Außerdem: In Barcelona sank die Stickstoffbelastung um 40 Prozent, in Madrid um 41 Prozent und in Lissabon um 40 Prozent. Von 3.000 Meßstationen in Europa aus werden die Daten stündlich nachgebessert.

Bei der ESA weiß man aber auch: Nicht alles muss eine Folge der Anti-Corona-Maßnahmen sein –  auch das Wetter spielt eine Rolle. Die genauen Zusammenhänge werden derzeit von der ESA noch wissenschaftlich analysiert.

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