Police officer near Colossi of Memnon in the West Bank of Luxor

© REUTERS / AMR ABDALLAH DALSH

Politik Ausland
07/01/2021

CEU besorgt um Gesundheit des in Ägypten inhaftierten Studenten

Der 29-jährige Wahlwiener Ahmed Samir Santawy war vergangene Woche von Schnellgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Die in Wien ansässige Privat-Uni Central European University (CEU) hat sich am Donnerstag in einer Aussendung "auf das Äußerste um die Gesundheit ihres in Kairo inhaftierten Studenten Ahmed Samir Santawy besorgt" gezeigt. Santawy war vergangene Woche aus Protest gegen eine vierjährige Haftstrafe in einen Hungerstreik getreten. Von einem Schnellgericht war er wegen Verbreitung falscher Nachrichten über Ägypten im Ausland zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Da das Urteil von einem Notgericht gefällt wurde, sind Rechtsmittel dagegen nicht zulässig. Das einzige, was noch fehle, sei die Unterschrift von Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi unter das Urteil, hatte der ORF vor ein paar Tagen berichtet.

Der Master-Student war am 1. Februar 2021 von der Polizei in Kairo festgenommen worden. Der 29-jährige ist ägyptischer Staatsbürger, er war für die Ferien nach Ägypten zu seiner Familie zurückgekehrt und wurde dort zu einem Verhör vorgeladen. Er galt eine Woche lang als verschwunden und sei in dieser Zeit mehrmals an verschieden Orte verlegt und auch gefoltert worden, teilte die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) bereits im Februar mit.

Amnesty International hatte in einem globalen Appell die ägyptischen Behörden aufgefordert, den Studenten sofort und bedingungslos freizulassen. Er sei bei einem Verhör durch die NSA, eine Spezialeinheit der Polizei, geschlagen worden, kritisierte auch die Menschenrechtsorganisation.

Laut seinen Angehörigen soll sich der Student im Hungerstreik befinden.

CEU-Rektor Michael Ignatieff hatte an den ägyptischen Präsidenten Sisi appelliert, Ahmed sofort aus humanitären Gründen freizulassen. "Es ist schockierend, dass ein Forscher in ein ägyptisches Gefängnis gesteckt wurde, weil er während seines Studiums in Österreich, im Herzen Europas, von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat", betonte Ignatieff nun laut Aussendung am Donnerstag. "Er muss sofort freigelassen werden."

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