Wahlsieger Borisow – der Brutalo-Buddha

Boiko Borisov, leader of Bulgaria's centre right G
Foto: REUTERS/STOYAN NENOV Borisow – sein Frühstücksbrot wird von Mama geschmiert.

Parlamentswahl: Ex-Premier Borisow, bekannt für seine Ausfälle, feiert sein Comeback.

Es war ein einmaliges Ereignis: 45 bulgarische Künstlerinnen in einer Ausstellung im Wiener Künstlerhaus. So viel moderne Kunst aus dem kleinen Balkanland hatte Wien noch nie gesehen – doch ein Anderer stahl den Schaffenden damals, im Jahr 2006, die Schau – der frühere und vielleicht auch neue bulgarische Premier und Chef der rechtspopulistischen Partei GERB, Boiko Borisow.

Erster Akt: Borisow, damals Bürgermeister von Bulgariens Hauptstadt Sofia, hält die Eröffnungsrede. Darin ist Kunst Nebensache. Er konzentriert sich auf den Export bulgarischer Kriminalität – sein Spezialgebiet aus der Zeit als Direktor im Innenministerium. Dabei fallen so viele politisch unkorrekte Worte über Roma, dass seine Dolmetscherin rot anläuft vor Mühe, mildere Formulierungen zu finden.

Zweiter Akt: Gala-Dinner am Opernring. Die Vorspeise wird serviert: Rote Rüben-Suppe und kandierte Cherrytomaten. Da wird vom Tisch der Ehrengäste ein Sessel geräuschvoll zurückgeschoben. Borisow steht auf und verkündet, jetzt echt Hunger zu haben und sich ein Grillhenderl suchen zu wollen.

Runder Kopf, Glatze, fast ohne Nacken, ein bulliger Körper und bisweilen ungehobeltes Auftreten – das sind Markenzeichen Borisows. Das kommt an. Mit diesem Stil gelang es ihm, mit seiner GERB (Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens) bei den Wahlen am Sonntag 33 Prozent zu holen.

Geboren 1959 im Dorf Bankia bei Sofia, wohnt der Karate-Meister immer noch dort. Und wie man einer Tonaufnahme entnehmen konnte, die vor ein paar Jahren geheim gemacht und später veröffentlicht wurde, schmiert ihm seine Mutter morgens Margarine aufs Brot.

Bekannt ist der Ex-Leibwächter von Bulgariens kommunistischem Diktator Schiwkow und dem früheren König Simeon von Sachsen-Coburg Gotha, auch mit seinem Decknamen Buddha. Laut dem Nachrichtenportal bivol.bg hatte ihn die Behörde zur Bekämpfung Organisierter Kriminalität in den 90er-Jahren unter diesem Alias angeworben – wegen seiner angeblichen Beziehungen zur Organisierten Kriminalität.

(kurier) Erstellt am
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