Politik | Ausland
10.11.2018

Brexit: Warum ist die Nordirland-Frage so wichtig?

Der Konflikt um die britische Region bestimmte jahrzehntelang den Alltag der Menschen.

Die „troubles“ nennt man bis heute die Jahrzehnte des Bürgerkrieges in Nordirland, der fast 5000 Menschen das Leben kostete und durch die Bombenanschläge der Terrorgruppe IRA ganz Großbritannien vor allem in den 1980ern in seinen Bann zog.

Irland war 1922 nach Jahren des Bürgerkrieges endgültig von Großbritannien unabhängig geworden. Lediglich der Norden der Insel  blieb weiterhin beim Vereinigten Königreich.

Hier war der Einfluss Großbritanniens traditionell am stärksten, hier dominierte die von englischen Unternehmern geführte Industrie, hier gab es eine mehrheitlich protestantische Bevölkerung, die sich mit Großbritannien verbunden fühlte und Teil des Königreichs bleiben wollte.

Milizen

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschärften sich die Spannungen zwischen den pro-britischen Protestanten und den Katholiken, die für eine Vereinigung mit Irland eintraten. Auf beiden Seiten formierten sich bewaffnete Milizen, die ihre Konflikte blutig austrugen. Die stärkste darunter war die pro-irische IRA.

Die pro-britische Regierung rief 1970 die britische Armee zu Hilfe. Doch die Stationierung von Soldaten verschärfte den Konflikt nur noch, da die Armee, statt Frieden zu stiften, Krieg  gegen die IRA und die Zivilbevölkerung führte.

Der Konflikt, der Nordirland in zwei tief verfeindete Lager spaltete, wurde erst durch das  auch von den USA vermittelte Karfreitagsabkommen 1998 beendet. Doch der Frieden zwischen den Bevölkerungsgruppen ist bis heute brüchig, die politische Zusammenarbeit ständig blockiert.