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Politik Ausland
12/11/2018

Brexit-Eklat: Abgeordneter ergreift königlichen Zeremonienstab

Das britische Parlament ist um eine weitere skurrile Episode reicher. Labour-Mann unterbrach Sitzung mit einer Protestaktion.

von Peter Temel

Der Labour-Politiker Lloyd  setzte am Montag ein ungewöhnliches Zeichen gegen die Brexit-Politik der Premierministerin Theresa May. Während einer Debatte über das Brexit-Abkommen mit der EU ging er plötzlich nach vorne und entfernte den königlichen Zeremonienstab. Hintergrund: Laut einem alten Gesetz darf das britische Parlament nicht tagen oder Gesetze beschließen, wenn der prunkvolle Stab aus dem 16. Jahrhundert nicht an seinem Platz liegt.

Die Aktion des Abgeordneten war aber genauso symbolisch wie der Stab selbst. Schon nach wenigen Metern ließ er sich das uralte Utensil widerstandslos wieder abnehmen.

Der Speaker des Unterhauses, Peter Bercow, stieß mehrere Ordnungsrufe aus ("Order! Put it back! No, No, No!"). Viele Abgeordnete buhten, einige forderten den Rauswurf des Abgeordneten von Brighton Kemptown

Protest gegen "inkompetente Regierung"

"Zum Glück haben sie mich nicht in den Tower of London gesperrt", schrieb der Abgeordnete kurz darauf auf Twitter. "Aber wenn es so wäre, müsste May eigentlich in der Zelle neben mir sitzen, so, wie sie das Parlament heute behandelt hat." 

Besonders erzürnt hat den 32-Jährigen, dass die konservative Premierministerin die Abstimmung über ihren Brexit-Deal kurzfristig abgesagt hatte. In einem Gastbeitrag für den nicht Abgeordneter geworden, um einen besseren Platz als Zuschauer zu bekommen, während mein Land von einer Regierung versenkt wird, die ebenso inkompetent wie gefühllos ist. Deshalb habe ich den Zeremonienstab aufgenommen."

Zuletzt wurde die "Ceremonial Mace" im Jahr 2009 weggenommen. Dafür gab es damals eine Suspendierung von fünf Tagen. Russell-Moyle durfte laut Eigenangabe heute schon wieder in den Saal.

Mehr über die Sitten im traditionsreichen britischen Unterhaus

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