Bodenschätze in der Ukraine: Ein Grund für den Krieg, über den kaum jemand spricht

Bodenschätze in der Ukraine: Ein Grund für den Krieg, über den kaum jemand spricht
Unter der Bühne der Ideologie sind beinharte Interessen begraben. Es geht um Gas, Lithium – und ja, auch um die Zukunft der europäischen Klimapolitik.

Als Wladimir Putin am Vorabend der Invasion vor die Kameras trat, sprach er davon, dass der „Westen diesen Krieg losgetreten“ habe, dass in Kiew ein Hitler-gleiches Nazi-Regime herrsche, dass die Ukraine ohnehin „historisch russisches Gebiet“ sei.

Seitdem herrscht im Westen Einigkeit, dass Putins imperialer Ideologie Einhalt geboten werden muss. Es geht um das Recht zur Selbstverteidigung, sagte etwa der deutsche Kanzler Scholz, manchen um die Verteidigung der Demokratie per se.

Aber wirtschaftliche Interessen? Geostrategie? Globale Abhängigkeiten? All das spielt im öffentlichen Diskurs kaum eine Rolle.

Dabei ist die Ukraine „weltweit eines der attraktivsten Länder in puncto Bodenschätze“, sagt Olivia Lazard, die beim Brüsseler Thinktank Carnegie Europe zur Geopolitik des Klimawandels forscht. Lithium, Kobalt, Titan, Uran und eine Reihe seltener Erden lagern im Boden des Landes, dazu riesige Öl- und Gasvorkommen. Ihr geschätzter Wert: Mindestens 6,7 Billionen Euro. Ihr geostrategischer Wert: unbezahlbar.

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