© APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE

Politik Ausland
05/04/2020

Besuche - bei wem? Verwirrung um neue Regeln in Italien

Die neue Normalität beginnt auch in Italien mit einigen Unsicherheiten beim Thema Privatleben.

von Konrad Kramar

Neue Regeln, neue Unsicherheiten. Auch im  von der Pandemie schwer getroffenen Italien versucht man ab heute einen Schritt in Richtung Normalität zu machen - und debattiert sofort darüber, wo genau man eigentlich hinsteigen kann. Konkret geht es darum, wen man von jetzt an wieder besuchen und mit wem man spazierengehen darf. "Angehörige" heißt es in der ab heulte geltenden Regelung. Doch gehören etwa auch der oder die fixe Freundin, oder die Verlobte zu den Angehörigen? Darüber wird in den sozialen Medien heftig debattiert.

Nur mit Selbsterklärungs-Formular

Viel wurde also darüber spekuliert, wie genau der Begriff „Angehörige“ zu definieren ist. Besuche bei Partnern oder Verlobten, mit denen man nicht zusammenlebt, sind erlaubt, Freunde treffen jedoch nicht, teilte das Innenministerium nach langem Zögern mit.
Eine korrekt ausgefüllte Selbsterklärung über den Grund des Freigangs muss jeder Passant auch in der „Phase 2“ stets mit sich führen. Man braucht jedoch nicht den Namen des Angehörigen angeben, den man besucht.

Fliegen nur mit Maske

Vier Millionen Italiener nehmen am Montag wieder ihre Arbeit auf. Vorgesehen ist der Neustart von Industrie und Bauwirtschaft.
Eine offene Frage ist, wie die öffentlichen Transportsysteme auf die „Phase 2“ reagieren werden. In Bussen und U-Bahnen dürfen nur 50 Prozent der Fahrgäste, die normalerweise zugelassen werden, mitfahren. Ein- und Ausgänge auf Bahnhöfen und Flughäfen müssen anders gesteuert werden - etwa durch „Einbahnstraßen“. Büros sollten ihre Öffnungszeiten erweitern, um Stoßzeiten zu vermeiden. Beim Fliegen soll es Maskenpflicht geben.

Regierungschef unter Druck

Italien zählt zu den am härtesten von der Lungenkrankheit Covid-19 getroffenen Staaten, allerdings fiel die Zahl der gemeldeten Todesfälle am Sonntag mit 174 auf den niedrigsten Wert seit fast zwei Monaten.
Regierungschef Giuseppe Conte steht unter Druck, die Maßnahmen weiter zu lockern. Museen und Kleinhandel sollen erst ab 18. Mai wieder öffnen dürfen. Friseure, Bars und Restaurants erst ab Juni. Schulen und Kitas bleiben bis September geschlossen.

 

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.